Der Kanu Club Wetter hat Besuch aus Neuseeland

Sam Hapeta (links) und Nevan Hadley an der Ruhr.
Sam Hapeta (links) und Nevan Hadley an der Ruhr.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Sam Hapeta verstärkt die erste Kanupolo-Mannschaft des Vereins. Sein Kumpel Nevan Hadley ist mit nach Wetter gereist.

Wetter..  Vielleicht liegt es am Schlafmangel durch die vielen Reisen, vielleicht sind es auch die vielen neuen Eindrücke. Oder es liegt einfach daran, dass die beiden Neuseeländer Sam Hapeta und Nevan Hadley ziemlich entspannte Typen sind. Auf jeden Fall sitzen beide an einem Nachmittag lässig auf dem Balkon des Kanu Clubs (KC) in Wetter und schauen gelegentlich der Kanupolo-Jugendmannschaft beim Training zu. Davon, dass beide gerade über 18 000 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt an der Ruhr sitzen und auf ihrer Reise stetig neue Orte und Personen kennenlernen, ist wenig zu spüren. „Nächste Woche reisen wir in die Schweiz, wir waren auch schon in Berlin. Alle Leute sind sehr nett zu uns“, erklärt Hapeta cool. Er spricht auf Englisch und extra etwas langsamer, damit auch der Autor dieser Zeilen alles genau versteht.

Der größte Club in Neuseeland

Sam Hapeta (20) und Nevan Hadley (23) leben in Palmerston North, eine kleine Stadt auf der neuseeländischen Nordinsel, die rund zwei Autostunden von der Hauptstadt Wellington entfernt liegt. Was Palmerston North und Wetter eint: Beide Orte haben einen Kanupolo-Verein. In der neuseeländischen Stadt ist es der Viking Club. „Mit 17 Teams der größte in Neuseeland“, wie Sam Hapeta erklärt. In diesem spielt er gemeinsam mit seinem Kumpel Nevan Hadley.

Und da Hapeta zu den besten Spielern seines Landes gehört, reiste er im vergangenen Jahr mit der Nationalelf zur Weltmeisterschaft nach Frankreich. Dort lernte er Holger Diedrich kennen, der nicht nur die deutsche U-21-Auswahl trainiert, sondern auch für den KC Wetter in der Bundesliga antritt. „Er hat mich gefragt, ob ich nicht mal in Deutschland spielen möchte“, erklärt der 20-Jährige.

Zehn Tore am letzten Spieltag

Gesagt, getan – bereits in diesem Jahr sitzt der Neuseeländer für den KC im Kanu und hat am letzten Spieltag bereits zehn Tore geworfen. „Er verstärkt uns enorm“, sagt Sören Kraemer von der ersten Mannschaft. Bis Ende August bleibt Hapeta. In den Bundesliga-Playoffs, die der Verein gerne erreichen möchte, könnte er noch spielen.

Da Sam Hapeta als Grafik-Designer arbeitet, kann er auch in Wetter am Laptop tätig sein. „Natürlich wollen beide hier Spaß haben. Sie bekommen ja kein Geld von uns. Sie müssen aber bei Auswärtsfahrten keinen Sprit zahlen und wir machen auch schon mal den Kühlschrank voll“, so Kraemer. Die beiden Neuseeländer übernachten bei vielen Kanupolo-Spielern – und reisen dadurch in weitere europäische Städte. „Wir sind beim Kanupolo eine große Familie“, sagt Sören Kraemer: „Trotzdem ist Verstärkung aus Neuseeland eher ungewöhnlich. In den europäischen Ligen wechseln die Spieler aber häufiger zwischen den Clubs.“

Fünf Neuseeländer seien derzeit bei europäischen Teams, erklärt Hapeta: „Das hilft uns, besser zu werden. Auch ich möchte hier dazulernen. Die deutsche Liga ist stark.“ Auch Wetter gefällt ihm. Sein Kollege Nevan Hadley, der wegen eines verspäteten Antrags keine Spielberechtigung mehr bekommen hat, fügt allerdings schmunzelnd an: „Man ist auch schnell in Hagen.“

Für den KC Wetter bedeutet der ungewöhnliche Besuch natürlich eine Umstellung. „Nicht alle können bei uns gut Englisch sprechen“, sagt Kraemer und fügt an: „Gerade bei den Kanupolo-Begriffen ist das nicht so leicht.“ Zur Not könne man sich aber auch mit Händen und Füßen verständigen.

Die Freundin möchte auch kommen

Nun plant der KC Wetter schon, dass Sam Hapeta im nächsten Jahr wiederkommt. „Das Problem ist, dass wir keine Damenmannschaft haben, seine Freundin aber auch Kanupolo spielt“, so Kraemer. Sie möchte gerne mitreisen und soll möglicherweise in einem anderen Verein unterkommen.

In der Kanupolo-Welt hilft man sich bekanntlich.