Der FC Wetter tanzt ausgelassen in die Landesliga

So sehen Aufsteiger aus: Nach dem 3:0-Sieg gab es nicht nur genügend Getränke für die Spieler des FC Wetter, sondern auch rote Aufsteiger-Shirts.
So sehen Aufsteiger aus: Nach dem 3:0-Sieg gab es nicht nur genügend Getränke für die Spieler des FC Wetter, sondern auch rote Aufsteiger-Shirts.
Foto: Valentin Dornis
Was wir bereits wissen
Die Mannschaft vom Harkortberg steigt drei Spieltage vor Schluss auf. Die Fans singen ein hämisches Lied über die SpVg Hagen 1911.

Wetter..  Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Getreu diesem Motto erledigte der Fußball-Bezirksligist FC Wetter seine Aufgabe bei der SG Hemer souverän mit einem 3:0-Sieg, bevor die Mannschaft ausgelassen den vorzeitigen Aufstieg in die Landesliga feierte.

Die erste Sorge konnte schon vor dem Spiel aus dem Weg geräumt werden: Weil der VTS Iserlohn seine Mannschaft zurückgezogen hatte, befürchteten die im Fanbus angereisten FC-Anhänger zunächst, alle bisherigen Spiele der Iserlohner müssten aus der Wertung herausgerechnet werden. Das hätte bedeutet, dass die Konkurrenz näher heranrückt – denn der FC Wetter hatte sechs Punkte gegen den VTS geholt, Verfolger SW Breckerfeld nur drei. Ein Anruf bei Staffelleiter Michael Krauthausen ergab aber: Alles bleibt, wie es ist. Nur die verbliebenen Spiele werden automatisch mit 2:0 für die Gegner gewertet.

So konnten Mannschaft und Anhänger mit der beruhigenden Gewissheit in das Spiel gehen, dass ein Unentschieden zum sicheren Aufstieg reicht. Dass es nach der ersten Hälfte tatsächlich bei einem torlosen Remis blieb, lag zumindest nicht an mangelnder Unterstützung. Denn die mitgereisten Wetteraner, insgesamt waren es wohl rund 80, hatten Tröten mitgebracht und sorgten mit Sprechchören für Stimmung. Sie dichteten bekannte Fußball-Hymnen auf ihren FC um oder erfanden gleich ganz eigene Lieder, eines davon mit einer deutlichen Spitze in Richtung des gestrauchelten Konkurrenten SpVg Hagen 1911: „Wir haben zwar keinen Ropkas/und Hajra kostet viel Geld/dafür hat der FC Wetter/die beste Mannschaft der Welt“, schallte durch das Hemeraner Stadion.

Die Anfeuerung zeigt Wirkung

In der zweiten Halbzeit zeigte die Anfeuerung dann Wirkung: Drei Tore des FC gab es zu feiern, und das ließen sich die Wetteraner nicht nehmen. Franklin Enow dirigierte nach dem 1:0 ein Tänzchen an der Eckfahne, nach dem 2:0 durch Dogan stürmten Auswechselspieler über den Platz und nach dem 3:0 durch Kapitän Burak Aygün fing die Ersatzbank an, „Landesliga, Landesliga“ zu skandieren.

Nach dem Abpfiff zeigte sich dann, dass auch eine spontane Aufstiegsparty vernünftig vorbereitet werden kann: Es gab genügend Sekt, um tatsächlich jeden Spieler, Betreuer und Trainer ordentlich zu duschen. Eine besonders große Flasche hatte der Fußball-Kreisvorsitzende Peter Alexander als Geschenk mitgebracht, mit einem eindeutigen Hinweis: „Ich dachte mir, damit könnten die Spieler mehr anfangen, als mit einem Blumenstrauß.“ Der Förderkreis des Vereins hatte außerdem genug Aufsteiger-Shirts drucken lassen, einige Spieler sorgten mit Rauchbomben und Nebelkerzen für Party-Atmosphäre. Eine nette Geste war übrigens das gefüllte überdimensionale Bierglas, das der Gastgeber SG Hemer der Mannschaft überreichte.

Als sich der Fanbus gegen 18 Uhr auf den Rückweg nach Wetter machte, legten die Spieler gerade erst richtig los und feierten später auf dem Harkortberg weiter.