Der Citylauf des TuS Ende in Herdecke fällt aus

Frauchen und Hund können dieses Jahr nicht beim Citylauf antreten.
Frauchen und Hund können dieses Jahr nicht beim Citylauf antreten.
Foto: Mark Sonneborn
Was wir bereits wissen
Organisator Harald Müller kann die Arbeit nicht übernehmen. Die Ender haben keinen Ersatz gefunden.

Ende..  Eigentlich sollten Anfang September wieder hunderte Läufer durch Ende rennen. Doch daraus wird nichts. Der 23. Citylauf des TuS Ende fällt aus. Organisator Harald Müller kann die Veranstaltung aus beruflichen und familiären Gründen nicht planen. Ein Ersatz wurde nicht gefunden.

„Ich hatte vor der Entscheidung schlaflose Nächte und finde es sehr, sehr schade“, sagt Harald Müller, dem das Bedauern ins Gesicht geschrieben steht. Der TuS Ende hat extra in sein Vereinsheim eingeladen, um die Absage zu erklären. Am Tisch sitzen der Vorsitzende Bernd Ramlow, sein Stellvertreter Heinz Göersmeier und eben Harald Müller, der den Citylauf seit 2013 organisiert. „Ich bin begeisterter Läufer und wollte die Veranstaltung aufrecht erhalten“, erklärt er. Zuvor hatte Arno Schönknecht 20 Jahre lang die Planung übernommen.

Ein Ersatz ist nicht in Sicht

Doch in diesem Jahr hat sich für Harald Müller nicht nur die berufliche sondern auch die familiäre Belastung erhöht. „Wir verstehen seine Situation“, sagt Bernd Ramlow. Der Vorsitzende hat gemeinsam mit Heinz Göersmeier versucht, einen Ersatz zu finden – ohne Erfolg. „So kurzfristig haben wir niemanden, der genügend Kenntnisse hat.“

Denn beim Ender Citylauf finden nacheinander viele verschiedene Rennen statt. Die Strecke muss stetig verändert werden. „Da bräuchten wir einen, der das koordinieren kann. Den haben wir nicht“, so Ramlow. „Ich möchte nicht, dass etwas passiert. Das Risiko wäre zu groß“, ergänzt Harald Müller. „Wir haben beim TuS Ende eine Leichtathletik-Abteilung, in der fast nur Kinder und Jugendliche laufen“, gibt Bernd Ramlow an: „Es ist daher schon immer ein Kampf gewesen, genug Freiwillige zu finden.“ Für die Verantwortlichen des TuS Ende war deswegen nach einem Krisengespräch klar: Der Citylauf fällt aus.

Die Veranstaltung ist Teil der Herdecker Laufserie. Der Citylauf des TSV Herdecke lockte Ende Mai bereits hunderte Sportler in die Innenstadt, Ende des Jahres will der Ruderclub Westfalen den Nikolauslauf durchführen. „Ich habe die anderen Vereine und die Stadt informiert. Das Bedauern war groß, aber sie haben es verstanden“, sagt Müller.

Der TuS Ende hofft nun, dass der Lauf im nächsten Juli wieder stattfinden kann. Auch wenn die Teilnehmerzahlen schon länger sinken. In diesem Jahr hatten sich bislang ganze fünf Sportler angemeldet. „Eine erschreckende Zahl“, sagen alle drei, obwohl der Citylauf von den Tagesanmeldungen lebt. Im letzten Jahr liefen 126 Athleten im Hauptlauf über zehn Kilometer mit, beim Fünf-Kilometerlauf waren es 55. „Das waren weniger als die Jahre davor“, so Müller. „Die Konkurrenz ist einfach sehr groß. Es gibt viele andere Volksläufe in der Umgebung“, erklärt Ramlow. „Kosten und Nutzen stehen kaum noch im Verhältnis fügt Göersmeier an.

Tradition soll bestehen

Trotzdem will sich der Verein mit dem TSV Herdecke und dem Ruderclub Westfalen zusammensetzen und über die Laufserie beraten. Denn, so erklärt Göersmeier: „Die Tradition soll weiterleben.“