Den kleinen Jonas erwischt kein Phoenix-Profi

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Hagen..  Die wichtigste Frage ist schon vor dem Trainingsstart geklärt. „Ich habe ihn gefragt, wie man solche Haare bekommt“, erzählt Felix Schneider von seinem Erstkontakt mit Urule Igbavboa. Dessen Antwort ist simpel: „Amerikanischer Vater, deutsche Mutter, dann hat sich das so ergeben.“ Nicht nur Igbavboas ausladender Haarschopf indes hat es dem zwölfjährigen Felix und seinem jüngeren Bruder Jonas (9) angetan, überhaupt sind die beiden Breckerfelder große Fans des Centers von Phoenix Hagen. Bei der WP-Kinderwunschaktion haben sie das gemeinsame Training mit dem Basketball-Bundesligisten gewonnen - und treten im Trikot ihres Idols mit der Nummer zwölf an. Nur die Perücke im lockigen Urule-Style, mit der Jonas zum Karneval gegangen ist, bleibt im Kofferraum.

Sie sind etwas außer Training, im Oster-Skiurlaub in Österreich war keine Gelegenheit zum Ballspiel. Doch direkt davor haben Felix und Jonas noch an der Basketball Academy in Altenhagen teilgenommen, sie arbeiten fleißig für das grüne Trikot. Es dauert also nicht lange, bis die beiden Jung-Korbjäger des TuS Breckerfeld auf Betriebstemperatur kommen. Ein kurzes Kennenlernen mit Igbavboa vor dessen Spind in der Phoenix-Kabine, ein bisschen Smalltalk, dann geht es schon los mit den Profis, die sich bereits locker einspielen. Die jungen Gäste werden gleich integriert, Igbavboa und Keith Ramsey fordern sie zum 2 gegen 2 heraus. Und nehmen ihre Nachwuchs-Gegenspieler ernst, von Schonung keine Spur. „No defense?“, neckt etwa Ramsey, als die Schneiders ihn ungehindert zum Dunking lassen. „Die waren alle so groß, das hätte ich nicht gedacht“, räumt Felix später ein: „Und man denkt nicht, dass die auch noch so schnell sind.“

Beim offiziellen Trainingsspiel stellt Co-Trainer Steven Wriedt die Igbavboa-Fans aus Breckerfeld dem gesamten Team vor, jetzt wird Tempo gemacht. Passen über das gesamte Feld, vor und hinter dem Rücken, sorgt für erhöhten Pulsschlag. Das folgende Fangspiel zum Aufwärmen erst recht, wobei den flinken Jonas bis zum Ende kein Profi erwischt. „Der ist zu klein, den fängt man nicht“, bekennt Larry Gordon, bevor es zum Stretching geht. Felix und Jonas dehnen fleißig mit, eine Pass-Übung noch, dann geht es für sie auf die Tribüne. „Das habt ihr gut gemacht“, lobt Chefcoach Ingo Freyer, der jetzt seine Spieler zum ernsten Spiel auf dem ganzen Feld einteilt. Die Center Ramsey und Dino Gregory dürfen sich ihre Teams zusammenstellen. Gewählt wird wie bei allen Hobby-Teams - mit Schnick-Schnack-Schnuck.

Felix und Jonas haben Pause, sehen sich das interne Duell im Wettkampf-Modus von der VIP-Tribüne aus an. „So schlecht war das doch gar nicht“, ist der Ältere mit seiner Leistung zufrieden und lobt die umgänglichen Profis: „Die sind alle sehr nett zu uns.“ Bereits zum zweiten Mal hatten sich die Schneider-Brüder bei der WP-Kinderwunschaktion beteiligt, diesmal bekam ihre originelle Bewerbung den Zuschlag. Was zunächst bei U10 und U14 des TuS Breckerfeld für Skepsis sorgte. „Die Mannschaftskollegen haben uns das erst nicht geglaubt“, erinnert sich Jonas.

Doch jetzt ist er mit seinem Bruder hier - und hat gegen Trainingsende noch eine Spezialaufgabe. Den abschließenden Freiwurf-Wettbewerb gewinnt das Phoenix-Team, das zuerst zwölf Würfe in Folge verwandelt. „Ihr könnt das kontrollieren, damit die nicht schummeln“, fordert Wriedt die jungen Trainingsgäste auf. Die erledigen das pflichtbewusst - und gehen danach zur Kür über. Autogramme von allen Spielern auf mitgebrachten Bällen und Phoenix-Postern, Fotos mit diesem und jenem Star. Und am Ende natürlich Abklatschen und das Selfie mit Idol Urule. Warum gerade der zuletzt selten eingesetzte Igbavboa ihr Lieblingsspieler ist, kann Felix einleuchtend erklären: „Er hat zwar wenig Einsatzzeiten, aber wenn er kommt, setzt er sich immer perfekt in Szene.“ An diesem Nachmittag mit seine jungen Fans aus Breckerfeld gilt das uneingeschränkt.