David Bell wird wieder übersehen

Wenn es die Rubrik „Kurioseste Saisonbilanz“ gäbe, dann hätte Phoenix Hagen vielleicht Chancen. Wo sonst hat schon ein Team nur einen mageren Heimerfolg, aber gleich neun Auswärtssiege vorzuweisen. So aber geht der heimische Basketball-Bundesligist meist leer aus, wenn Chefcoaches und Kapitäne der Erstligisten sowie Medienvertreter die Trainer, Spieler und Teams der Saison küren. Anders war das nur im Playoff-Jahr 2012/13, als Coach Ingo Freyer und Spielmacher Davin White Berücksichtigung fanden.

Diese Rolle hat aktuell Aufsteiger BG Göttingen, der Trainer Johan Roijakkers und Spiellenker Khalid El-Amin in den Ranglisten unterbrachte. Ansonsten hat Alba Berlin groß abgeräumt:: Aus der Hauptstadt kommen „Coach of the Year“ Sasa Obradovic und „Most valuable Player“ Jamel McLean sowie als bester Verteidiger Clifford Hammonds, während Frankfurts Johannes Voigtmann sowohl bester deutscher Nachwuchsspieler als auch „Most improved Player“ ist, sich also am meisten verbessert hat. Als stärkster Offensivakteur wurde Ludwigsburgs DJ Kennedy erwählt, der Führende der Korbjägerliste.

Dort rangiert übrigens direkt dahinter David Bell. Bei den „Awards“ aber ging der Phoenix-Kapitän wieder komplett leer aus. Nicht einmal in das „All-Second-Team“ wählten die Experten Bell, der in jetzt vier Jahren beständig zu den erfolgreichsten Liga-Scorern zählt, aber auch bei den Allstar-Nominierungen stets übersehen wird. Vielleicht auch deshalb kann ihn sich Phoenix wohl auch künftig leisten. Axel Gaiser