Bodenröder wechselt mit Hoffnung auf Spielzeit nach Fürth

Statt UEFA Youth League mit dem FC Schalke 04, wie hier gegen den FC Basel, jetzt Abstiegskampf bei Greuther Fürth: Tim Bodenröder (links) wechselt in den Süden.
Statt UEFA Youth League mit dem FC Schalke 04, wie hier gegen den FC Basel, jetzt Abstiegskampf bei Greuther Fürth: Tim Bodenröder (links) wechselt in den Süden.
Foto: WAZ FotoPool

Hagen/Fürth..  Angesichts der Ziele muss er sich umgewöhnen, aber nicht nur dort. Bei den Fußball-Talenten des FC Schalke 04 spielte Tim Bodenröder immer um Titel mit. In der Nachwuchs-Bundesliga, im DFB-Pokal, sogar als Halbfinalist in der europäischen UEFA Youth League gegen den großen FC Barcelona. Wenn der Hagener Angreifer denn spielen durfte, was zuletzt immer seltener der Fall war. Für das letzte Halbjahr seiner Jugendzeit wechselt der 19-Jährige deshalb nach fünfeinhalb Jahren Königsblau noch einmal den Verein, tritt nun für die SpVgg. Greuther Fürth an. „Hier spielen wir gegen den Abstieg“, weiß er, „das kannte ich von Schalke nicht.“

17 Länderspiele sind in der Vita von Tim Bodenröder notiert, sechs Tore dazu, von der U15 bis zur U17 gehörte er beim DFB zum Stamm. Auch zwei Testspiel-Einsätze im Schalker Bundesliga-Team an der Seite von Klaas-Jan Huntelaar inklusive einwöchigem Trainingslager bei den Profis machte der junge Hagener im Sommer 2013 mit. Der damalige Cheftrainer Jens Keller, der Bodenröder aus seiner Zeit als Coach der Schalker U17 kannte, hatte ihn nominiert. Danach allerdings musste er sich im gerade offensiv mit Auswahlspielern gespickten Kader von U19-Trainer Norbert Elgert zunehmend mit der Joker-Rolle begnügen. Auf seiner bevorzugten Mittelstürmer-Position - hier hatte Bodenröder in 46 U17-Bundesligaspielen mit 30 Treffern enorme Torgefahr nachgewiesen - waren andere Spieler gesetzt, er wich auf die rechte Außenbahn aus. In die aktuelle Saison startete er wieder hoffnungsfroh, wurde dann aber durch Bänder- und Kapselriss im Sprunggelenk zurückgeworfen. Und auch bei personeller Not fand Elgert für den Hagener in der Folge kaum Verwendung. Ganze 132 Einsatzminuten in drei Partien der U19-Bundesliga durfte er mitwirken, meist gehörte er nicht zum Schalker Kader.

Der Wunsch nach mehr Spielzeit durch Luftveränderung war folgerichtig, unter einer Handvoll Kandidaten war Fürth erste Option für Bodenröder. Von den Schalkern freigestellt, trainierte er fünf Tage bei der U19 der Franken mit und bestritt zwei Testspiele. Offenbar überzeugend. Rechtzeitig zum Ende der Wechselfrist wurde sein Vertrag in Schalke aufgelöst, zunächst bis Saisonende - mit Option auf Verlängerung - unterschrieb er bei der SpVgg. „Naürlich ist mir der Abschied nach so langer Zeit schwer gefallen“, sagt der 19-Jährige, der in dieser Woche ein Zimmer in einem Fürther Gasthof bezogen hat: „Aber wenn man die Chance hat, endlich wieder zu spielen. . .“

Das tat Bodenröder, der vormittags bei der U23 trainieren und auch bei den Zweitliga-Profis hineinschnuppern soll, bei den „Kleeblättern“ bisher als hängende Spitze. Sonntag testet er mit seinem neuen Team um Trainer Janos Radoki noch einmal gegen Forchheim, eine Woche später geht es in den Abstiegskampf der Bundesliga Süd/Südwest gegen den FC Augsburg. „Drittletzter gegen Viertletzter“, hat Bodenröder sich erkundigt, „das wichtigste Spiel gleich zum Start.“ Er würde gern helfen, auf dem Feld.