Bemühte Eintrachtler nicht für Kampf belohnt
05.02.2012 | 19:47 Uhr 2012-02-05T19:47:00+0100
Hagen.Sie waren bemüht, zumindest in der zweiten Halbzeit. Aber solch eine Attestierung kommt in einem Arbeitszeugnis einem „mangelhaft“ bis „ungenügend“ gleich. Nicht ausreichend eben für einen Punktgewinn: Mit 28:31 (10:15) verloren die Drittliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen ihr Heimspiel gegen den OHV Aurich.
„Mehr als verdient“ sei der Sieg des Gästeteams, war Khalid Khan nach seiner Pflichtspiel-Heimpremiere als Eintracht-Trainer ein fairer Verlierer. Bei seiner Mannschaft habe er Dinge gesehen, „die mich überrascht haben.“ Nicht im positiven Sinn.
Bis zum 5:5 (13. Minute) sahen knapp 600 Zuschauer eine Partie auf Augenhöhe. Dann zogen die Friesländer binnen sechs Minuten mit einem 6:1-Lauf auf 11:6 davon. Was sich im Nachhinein als die entscheidende Phase der Partie erweisen sollte.
Maßgeblich beteiligt daran war Aurichs Torwart Patrick Anders. Körperlich nicht gerade ein Riese, bot er eine große Leistung. Wobei ihm zugute kam, dass die Eintracht-Angreifer meist die untere Torregion anvisierten, in der der OHV-Schlussmann kaum zu überwinden war. Eintracht-Keeper Sebastian Schmidt bekam dagegen selten eine Hand an den Ball. Dass er erst 50 Sekunden vor der Halbzeit von Sidney Quick abgelöst wurde, verwunderte manch einen Eintracht-Anhänger.
Quick gelangen zu Beginn der zweiten Hälfte zwei, drei gute Paraden, bevor auch er mehrere Male machtlos war und in der 41. Minute wieder durch Schmidt abgelöst wurde. Der steigerte sich jetzt gegenüber dem ersten Abschnitt deutlich und trug seinen Teil dazu bei, dass nach einem 15:21-Rückstand noch einmal Hoffnung bei den VfL-Fans aufkeimte. „Dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit alles gegeben hat, um das Spiel noch zu drehen, ist das einzig Positive des heutigen Abends“, bilanzierte Coach Khan, der selbst alles versuchte, taktisch wie personell. So begann beispielsweise auf der halblinken Position Ruwen Thoke, der nach 18 Minuten vom deutlich durchschlagskräftigeren Marvin Rosian abgelöst wurde. In der letzten Viertelstunde durfte auch noch Routinier Patrick Lütgenau ran, der auf 21:24 verkürzte. Als Maciej Dmytruszynski acht Minuten vor Schluss zum 22:24 traf, wurde es wieder laut in der Halle.
Zweimal hatten die Grüngelben in den Schlussminuten die Chance, auf einen Treffer zu verkürzen. Einmal sprang Kreisläufer Dorian Gollor bei einem Tempogegenstoß der Ball an den Fuß, was zum Ballverlust führte. Dann, beim Stand von 27:29 (59.), lenkte Patrick Anders einen Gewaltwurf von Dmytruszynski an die Latte. Auch mit offener Manndeckung konnten die Eintrachtler die Pleite gegen Jan-Uwe Behrends (6/1 Tore), Henning Padeken (5) und Co. danach nicht mehr abwenden. Für Aurichs Trainer Dusko Bilanovic war es im vierten Anlauf der erste Sieg gegen Hagen. „Ich bin überglücklich“, freute sich der OHV-Coach.
Eintracht: Schmidt, 30.-41. Quick; Gollor, Wilhelm (1), Lütgenau (1), Oberste (2), Rosian (4), Dmytruszynski (7), Wulf (3), Schütte (1/1), Thoke (2), Schulte-Berthold, Kraus (8/5).
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