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Basketball-Bundesliga

Bei Phoenix profitieren alle von Sparks’ Spielwitz

15.01.2012 | 22:43 Uhr
Bei Phoenix profitieren alle von Sparks’ Spielwitz
Jordan Hasquet avancierte beim Phoenix-Sieg in Bremerhaven überraschend zum Topscorer der Feuervögel. Foto: Jörg Laube

Bremerhaven. Fahrten an die Nordsee sind beliebt, vor allem wenn sie bei Sonnenschein stattfinden. Bei Phoenix Hagen ist das spätestens seit dem 107:77 in der Stadthalle Bremerhaven vom Oktober 2010 so, dem bisher höchsten Auswärtssieg in der Basketball-Bundesliga. Gestern machten es die Hagener spannender, die favorisierten Eisbären bezwangen sie dennoch mit 88:83 (44:45).

Dieses Luxusproblem kannte Ingo Freyer bisher nicht. Nach der Verpflichtung des neuen Spielmachers Patrick Sparks hat Phoenix acht ausländische Spieler im Kader, nur sieben dürfen spielen. Der Hagener Trainer entschied sich, Center-Routinier Edward Seward draußen zu lassen. Nicht wenige hatten erwartet, es würde den zuletzt nur mit wenigen Spielanteilen bedachten Jordan Hasquet treffen. Doch der US-Flügelcenter durfte sogar in der Startfünf auflaufen – und dankte es mit einer bisher selten von ihm gesehenen Leistung. 16 Punkte, darunter vier Dreier, hatte er schon bis zur Pause erzielt, am Ende waren es 19 – Topwert des Spiels.

Hasquet profitierte wie seine Teamkollegen gewaltig vom neuen Mitspieler. Sparks übernahm nach nur wenigen Trainingseinheiten an neuer Wirkungsstätte die Führung des Teams wie selbstverständlich. 36:36 Minuten war der neue Phoenix-Spielmacher auf dem Parkett, länger als jeder andere. Ganz überlegt führte der 28-Jährige Regie, sah fast immer den freien Mitspieler und hatte am Ende 13 Assists zu Buche stehen. „Das hat Spaß gemacht“, bekannte Center Bernd Kruel, „Patrick versteht das Spiel und trifft sehr gute Entscheidungen.“

So waren die Hagener von Beginn an gut im Spiel, kamen auch nach dem 27:19 (9.) schnell zurück, führten drei Minuten später durch ein Dreipunktspiel von Tristan Blackwood wieder und hatten sich beim 39:44 (17.) durch Hasquets vierten Dreier sogar etwas abgesetzt. Erst als danach einige Distanzwürfe ihr Ziel verfehlten, kam Bremerhaven durch Zachery Peacock zur knappen Pausenführung.

Doch direkt mit Wiederbeginn übernahmen wieder die nun verstärkt ans Brett spielenden Gäste die Führung. Zunächst war es Kruel, der sie vorne hielt, dann fand Sparks im immer stärker werdenden Adam Constantine einen Abnehmer seiner Pässe. Auch als die Eisbären beim 67:62 durch den Dreier von Anthony Smith (28.) zu enteilen schienen, konterten die Hagener. Sechs Minuten später nach einer Viertelpausen übergreifenden 14:2-Serie hatten sie die Partie wieder gedreht (69:76) – und gaben sie nun auch nicht mehr ab.

Woran auch wieder Sparks erheblichen Anteil hatte. Beim 74:76 (36.) zog er zum Korb, als alle Passwege zugestellt waren, und erzielte per Korbleger seine ersten Punkte. Und als die Eisbären-Fans beim 77:79 noch einmal auf die späte Wende hofften, nahm der US-Spielmacher 62 Sekunden vor der Schlusssirene erstmals aus der Distanz Maß. Und traf zum entscheidenden 77:82.

„Das waren zwei ganz, ganz wichtige Punkte“, freute sich nicht nur Phoenix-Coach Freyer. Die Abstiegszone ist vier Punkte entfernt. Logisch, dass er mit dem Debüt seines neuen Spielgestalters zufrieden war: „Ich hatte ja gehofft, dass er ein intelligenter Spieler ist und die richtigen Entscheidungen trifft.“ Das wies Patrick Sparks eindrucksvoll nach.

Eisbären Bremerhaven: Anthony Smith (18, 2/4 Dreier), Everett (16, 9 Assists), Gordon (15, 3/6 Dreier, 7 Ballverluste), Peacock (14, 10 Rebounds), McNaughton (11), Raffington (6), Mike Smith (3), Canty.

Phoenix Hagen: Hasquet (19, 5/8 Dreier), Constantine (15, 100% Wurfquote, 5 Rebounds), Jonusas (14), Kruel (12), Brooks (10, 3 Steals), Carter (7), Sparks (6, 13 Assists, 5 Ballverluste), Blackwood (5).

Spielviertel: 27:23, 18:21, 22:18, 16:26.

Teamstatistik: 54:57% Wurfquote, 7/19:8/18 Dreier, 8/9:20/24 Freiwürfe, 27:24 Rebounds, 23:21 Assists, 18:16 Ballverluste, 7:7 Steals.

Zuschauer: 3290.

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