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Bei Eisbären dominiert Phoenix nur Stimmung

10.11.2012 | 00:04 Uhr
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Bei Eisbären dominiert Phoenix nur Stimmung
Hagens Mark Dorris brachte in der zweiten Halbzeit in Bremerhaven Energie ins Spiel. Verhindern konnte er den Sieg von Scott Morrison, der ihn hier stoppen will, und Co. aber nicht.Foto Jörg Laube

Bremerhaven. Die Fahrt an die Nordsee gehört zu den Lieblingszielen der Fans von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen. Daran ändern auch Niederlagen nichts. Bei den Eisbären Bremerhaven unterlagen die Hagener zwar mit 87:97 (45:52), ihre Anhänger feierten dennoch weit ausgelassener als die Gastgeber. Zumal sie einen der Stärksten im Siegerteam für sich vereinnahmen konnten. „Wir sind alles Hagener Jungs“, sangen sie nach der Schlusssirene - und meinten damit auch Bremerhavens Kapitän Jacob Burtschi, der vor zwei Jahren noch für Phoenix gespielt hatte.

Die Tour nach Bremerhaven gehört in der südlastigen Eliteliga zu den kürzeren, die Punkte nahmen die Hagener Teams zuletzt auch zweimal mit. Und auf ein Wiedersehen mit dem früheren Publikumsliebling Burtschi freuten sich die meisten besonders. Auch an diesem Freitagabend war eine gute Hundertschaft Anhänger nach Norden gefahren - und dominierte in der eher unterkühlten Arena der Eisbären deutlich die Stimmung.

Dass die Gäste-Anhänger in Halbzeit eins aber wenig Grund zur Freude hatten, lag zum einen an Burtschis altbekannten Fähigkeiten. Eiskalt verwandelte der Kapitän der Gastgeber seine drei Dreier, allerdings stand ihm da Gegenspieler Abe Lodwick - mit dem bisher stärksten Auftritt im Phoenix-Trikot - nicht nach. Doch immer wenn sich die Gäste mühsam herangekämpft hatten - etwa von 16:6 (5. Minute) auf 17:13 (7.) -, ließen sie Korbleger-Chancen liegen - oder scheiterten an den Unparteiischen. Im Zweifel entschieden Nesa Kovacevic, Ralf Brand und Carsten Strauber vor dem Wechsel stets für die Bremerhavener. Vor allem bei den Offensivfouls legten die Schiedsrichter stark zweierlei Maß an, Mark Dorris, Larry Gordon und Adam Hess wurden so zweifelhaft vom Korberfolg zurückgepfiffen, das technische Foul gegen den strauchelnden Davin White (40:33, 18.) erstaunte wohl selbst die Gastgeber. „Die sind ja völlig außer Kontrolle“, schimpfte Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann zur Pause, während Coach Ingo Freyer später bekannte: „Da war bei uns viel Frustration durch die Schiris.“

„Zwei, drei Minuten völlig unsortiert“

Bis zur Pause hatten sich die Hagener dennoch wieder nach dem 52:40 (19.) auf sieben Punkte herangekämpft, auch nach dem Wechsel blieben sie bis zum 62:56 (25.) durch Lodwicks dritten Dreier auf Tuchfühlung. Angeführt vom starken Spielmacher Stanley Burrell, der an sein herausragendes 30-Punkte-Spiel gegen Ludwigsburg anknüpfte, gelang den Eisbären nun aber der letztlich entscheidende Zwischenspurt. Beim 75:60 (29.) machten sich allmählich auch die Bremerhavener Fans in der mit 2480 Zuschauern besetzten Stadthalle bemerkbar. „Da waren wir für zwei, drei Minuten völlig unsortiert“, bedauerte Herkelmann.

Dorris bringt viel Energie

Die Gäste steckten deshalb aber noch nicht auf. Zwar musste mit Gordon der erste Hagener früh mit dem fünften Foul auf die Bank (34., 85:70), aber mit Pressdeckung brachte das Phoenix-Team die Eisbären noch einmal in Verlegenheit. Mark Dorris, in der ersten Halbzeit noch unglücklich, brachte viel Energie, auch die Teamkollegen provozierten einige Ballverluste der Bremerhavener. Beim 89:81 durch Whites Dreipunktspiel endete aber die Phoenix-Aufholjagd (37.). Zu wenig Wurfglück hatten die Gäste, bei denen David Bell weitgehend von den Eisbären aus dem Spiel genommen war und Adam Hess ganz ohne Wirkung blieb. Burrell dagegen blieb an der Freiwurflinie nervenstark und hielt die Bremerhavener vorn - und vom Referee-Trio hatte Phoenix an diesem Abend auch keine Hilfe zu erwarten.

„Hagen hat uns alles abverlangt“, atmete Eisbären-Coach Douglas Spradley nach Spielschluss durch, „aber wir haben immer einen Weg gefunden, vorn zu bleiben.“ Wozu etwa die Reboundüberlegenheit (37:27) und die weit stärkere Wurfquote aus der Distanz (78:24 Prozent) beitrugen. So erkannte auch Freyer: „Bremerhaven war einfach stärker. Sie haben nicht zugelassen, dass wir hier gewinnen können.“

Eisbären Bremerhaven: Burrell (21, 7 Ballverluste), Morrison (16), Jackson (2), Harris (8), Burtschi (15, 3/4 Dreier, 5 Rebounds, 5 Assists), Waleszkowski (10, 7 Rebounds), Canty (5), Zwiener (12), Raffington (5), Malu, El Domiaty, Stommes (3).

Phoenix Hagen: Bell (10, 0/4 Dreier), Hess, Dorris (12), Kruel (6), Wendt (2, 2 Ballgewinne), Gordon (8), Lodwick (20, 3/6 Dreier, 73 Prozent Feldwurfquote), Gregory (7), White (22, 8 Assists), Schoo.

Viertel: 23:15, 29:30, 25:19, 20:23.

Teamstatistik: 56:52 Prozent Feldwurfquote, 7/9:4/17 Dreier, 26/30:13/19 Freiwürfe, 37:27 Rebounds, 19:14 Assists, 3:6 Ballgewinne, 16:11 Ballverluste, 24:30 Fouls, 4:4 Blocks.

Zuschauer: 2480

Axel Gaiser

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