Baseball-Legende Mike Lane lehrt auf dem Kursbrink

Aufmerksam lauschte der Chipmunks-Nachwuchs um Klubchef Thorsten Michaelis (rechts) dem  amerikanischen Coach Mike Lane (links). Foto:Michael Kleinrensing
Aufmerksam lauschte der Chipmunks-Nachwuchs um Klubchef Thorsten Michaelis (rechts) dem amerikanischen Coach Mike Lane (links). Foto:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  In den USA gehört er zu den angesehensten Trainern, in seiner Heimatstadt ist er Legende. Nach Mike Lane hat die University of North Alabama in Florence ihr Baseball-Stadion benannt. „Das ist schon ein beeindruckender Mann“, sagt auch Thorsten Michaelis. Vor fast 20 Jahren hat der Vorsitzende der Hagen Chipmunks von Lane wichtige Impulse für seine Trainerarbeit erhalten, nun hat er den renommierten Baseball-Coach wieder nach Hagen eingeladen. Zwei Tage schult Lane am Hasper Kursbrink junge und ältere Chipmunks, am 20. Juli kommt er für einen dritten Trainingstag.

„Ich muss den Rhythmus des Werfers aufnehmen, der Junge da bestimmt mein Handeln.“ Mike Lane, den Schläger in der Hand, demonstriert minuziös die Bewegungsabläufe am Schlagmal, den Blick immer auf den imaginären Werfer gerichtet. Und 20 Chipmunks-Spieler stehen ehrfürchtig rund um den 65-Jährigen, saugen jedes seiner Worte auf. „Alle sind still, keiner macht Faxen“, stellt Thorsten Michaelis fest, „das ist beim normalen Training anders.“ Eine Beobachtung, die der Chipmunks-Chef auch am Vormittag schon gemacht hat: „Die Kinder haben 90 Minuten an seinen Lippen geklebt, obwohl sie kein Englisch verstehen.“

Doch Lane macht sich auch ohne gemeinsame Sprache verständlich, zeigt die exakten Bewegungsabläufe beim Schlag oder Wurf - und die möglichen Fehler - ganz genau. Oder zeigt sie an großen Fotos von Spielern, bevorzugt solchen, die er er in 26 Jahren als Headcoach an der University of North Alabama in die Major League Baseball (MLB) gebracht hat. „Es ist wichtiger, das zu visualisieren“, sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich kann genug Deutsch, um gefährlich zu sein.“ Er wolle sein Wissen vom Spiel weitergeben, das tut er in diesen Tagen in Hagen ausführlich. Zunächst an die Chipmunks-Asse aus dem NRW-Ligateam, dann an den Nachwuchs und die eigens angereisten Spieler benachbarter Vereine. Nach Referaten bei Bundesligist Cologne Cardinals und der European Baseball Coaches Association im französischen Mulhouse, die beide Lanes Europa-Trip mit unterstützten, wird der Baseball-Trainer am 20. Juli noch mal nach Hagen zu einem speziellen Offensiv-Training kommen.

Dort war Mike Lane schon einmal 1996, als er im Rahmen des so genannten „Envoy-Programms“ der Major League Baseball zwei Wochen bei den Volmarstein Heroes trainierte und beim ehemaligen Chipmunks-Vorsitzenden Richard Ramon wohnte. Die Profiliga hatte College- und Highschool-Coaches aus den USA nach Europa geschickt, um Amerikas Leib- und Magen-Sportart hier durch die Arbeit mit Trainern und Kader-Athleten voranzubringen. „Das war Entwicklungshilfe“, erinnert sich Michaelis, der Lane vor zwei Jahrzehnten kennenlernte und ihn jetzt - nach dessen Pensionierung am College - wieder nach Hagen lockte. Er ist von dessen Wirken überzeugt. „Unsere erste Mannschaft kann an Feinheiten arbeiten, die anderen sehen, wo man mal hinkommen könnte“, sagt der Chipmunks-Chef, „und es ist super, solche Ideen für das Kinder-Training zu bekommen.“ Aber auch Coach Lane zeigt sich auf dem Temper-Field am Kursbrink beeindruckt. „Hier sind in den letzten 20 Jahren viele Fortschritte gemacht worden“, sagt er und ergänzt mit Blick auf das Baseball-Feld mitten im Wald. „Dies ist ein guter Ort, um zu trainieren.“