Aufsteiger VfL Eintracht sieht sich auch im Ausland um

Marius Kraus erzielte in Dresden das Siegtor gegen den HC Elbflorenz. Es bescherte dem VfL Eintracht den Aufstieg.
Marius Kraus erzielte in Dresden das Siegtor gegen den HC Elbflorenz. Es bescherte dem VfL Eintracht den Aufstieg.
Foto: Biene Hagel

Hagen..  Dass es den Handballern des VfL Eintracht Hagen an Kondition nicht mangelt, haben sie in der abgelaufenen Saison mehr als einmal unter Beweis gestellt. Auch beim 27:26 (13:14)-Erfolg im entscheidenden Aufstiegsrelegationsspiel gegen den HC Elbflorenz waren die Schützlinge von Trainer Lars Hepp in der zweiten Halbzeit besser, obwohl sie bis zum Schluss um den Erfolg bangen mussten. Marius Kraus stieß am Ende mit seinem Siegtreffer das Tor zur 2. Bundesliga auf. Die Folge war ein Feiermarathon, bei dem die Eintrachtler ungeahnte Ausdauerwerte abriefen. Er endete erst am Pfingstmontag.

Erste Party mit den mitgereisten Fans am Samstagabend in Dresden, nächtliche Busfahrt nach Hagen, gemeinsames Frühstück, Autokorso durch die Stadt und dann der offizielle Empfang am Sonntagmittag an der Enervie Arena. Wer dachte, dass sich die übernächtigten Zweitliga-Aufsteiger im Laufe des Nachmittags zum Regenerieren zurückziehen würden, der lag falsch. Zumindest der harte Kern machte auch die Nacht von Sonntag auf Montag zum Tage. Am Ende im Bergischen Land, wo viele Spieler bekanntlich zu Hause sind. Es war schon hell, als die Feierlichkeiten endeten.

Eigentlich wollten die Eintrachtler nach Saisonschluss auf Mannschaftsfahrt gehen. Die zweiwöchige Verlängerung der Spielzeit wegen der Aufstiegsrelegation durchkreuzte solche Pläne. Stattdessen treffen sich die meisten Spieler des Teams in dieser Woche zwecks gemeinsamer Aktivitäten in der Region. Gestern stand Wasserskifahren auf dem Programm.

Für die Vereinsverantwortlichen heißt es: Nach dem Aufstieg ist vor der ersten Zweitligasaison seit 15 Jahren! Die Planungen laufen auf Hochtouren. „Wir werden mindestens vier Verstärkungen holen“, kündigte Lars Hepp gestern an.

Während die scheidenden Torhüter Almantas Savonis (beendet Laufbahn) und Max Conzen (zur TSG A-H Bielefeld) durch Neuzugang David Ferne (vom Leichlinger TV) und Routinier Tobias Mahncke (kehrt nach Kreuzbandriss zurück) ersetzt werden sollen, sind im Feld fünf Stellen neu zu besetzen. Peer Pütz (Opladen) Johannes Krause (Braunschweig), Lukas Tebbe (Longerich), Dirk van Walsem (Bergische Panther) und Johannes Sonnenberg (studiert im Ausland) verlassen den Verein.

Da in der 21 Vereine zählenden 2. Bundesliga die Anforderungen nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ deutlich höher sind - statt bisher 30 stehen in der kommenden Saison 40 Punktspiele an - wird man mit vier Zugängen wohl kaum auskommen. Auch wenn Coach Hepp sagt: „Wir haben ja auch noch den Oberligakader und damit Spieler, die nachrücken können.“ Bei der Suche nach Verstärkungen sehen sich die Eintrachtler auch im Ausland um. „Perspektivisch veranlagte deutsche Spieler sind schwer zu bekommen“, weiß Lars Hepp. „Wir sind dabei, das bestmögliche Preisleistungsverhältnis herauszufiltern. Natürlich muss alles passen, auch, was die Sprache anbelangt.“

Nach den gemeinsamen geselligen Aktivitäten in dieser Woche kommt die Mannschaft am kommenden Montag noch einmal mit dem Trainerteam zusammen und wird dann in eine fünfwöchige Trainingspause verabschiedet. Diese haben sich die Zweitliga-Aufsteiger redlich verdient.