Auf SSV-Ausrutscher hofft Fortuna Hagen nicht mehr

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Ein Remis im direkten Duell zum Auftakt, dann nur noch Siege. Im Gleichschritt marschierten SSV Hagen und Fortuna Hagen durch die Rückrunde der Fußball-Kreisliga A1. Bleibt es am letzten Spieltag dabei, ist der SSV am Sonntag gegen 16.45 Uhr nach der finalen Partie beim TSV Dahl Meister. Und auf einen Ausrutscher des mit drei Punkten führenden Teams vom Höing im letzten Moment hoffen die Fortunen jetzt auch nicht mehr. „Das Ding ist durch“, befindet Klubchef Jorge Dias, „wir akzeptieren, dass die ,Roten’ verdient Meister werden.“ Auf ihre starke Saison als Aufsteiger sind die Fortunen gleichwohl stolz. Dias: „In jeder anderen Kreisliga in Deutschland wären wir mit dieser Punktzahl Erster geworden. Dass die Meisterschaft erst am letzten Spieltag entschieden wird, ist unser Verdienst.“

Den kleinen Rückstand zum SSV (77 Punkte) schleppen die Fortunen (74) schon fast durch die gesamte Saison. Am 24. August vergangenen Jahres unterlag das Team von Trainer Christoph Pajdzik im ersten Direktduell mit 1:2 am Höing. „Den Titel am zweiten Spieltag durch ein Tor in der 92. Minute zu verpassen, ist schon etwas bitter“, räumt Dias ein: „Als wir begriffen hatten, wie es in der Liga läuft, lagen wir schon zurück.“ Denn eine Woche nach der einzigen Saisonniederlage reichte es gegen Hohenlimburg 10 II nur zum 1:1, nur beim 2:2 im Rückspiel gegen den SSV musste Fortuna noch mal Punkte abgeben. Zum Sprung an die Spitze reichte es dennoch nicht, weil der Konkurrent sich nur zwei Remis leistete. „Natürlich haben wir gehofft, dass der SSV mal patzt“, sagt Dias vor dem letzten Saisonspiel daheim gegen Fichte Hagen, „aber die waren beständig genug, keinen Fehler zu machen.“

Konzentriert bis zum Schluss

Dass dies ausgerechnet am Sonntag beim Tabellen-Drittletzten Dahl anders sein wirdt, glaubt Dias nicht. SSV-Trainer Ömür Turhan ist da naturgemäß vorsichtiger, zumal mit Marco Polo, den Torjägern Enes Demir (gesperrt) und Serdar Demirel (verletzt) wichtige Stammkräfte fehlen, der angeschlagene Ramazan Ünal soll geschont werden. Zudem tritt man auf ungeliebtem Aschenplatz an, wo es die bisher einzigen Remis - neben Fortuna noch bei SV Boele-Kabel - gab. Eine Punkteteilung würde dem SSV auch jetzt reichen, doch Turhan gibt sich angriffslustig: „Seitdem ich hier bin, haben wir noch nie auf Unentschieden gespielt.“

Dass die Meisterfrage diesmal erst am letzten Spieltag (wahrscheinlich) beantwortet wird, begrüßt der SSV mit Blick auf die folgende Aufstiegs-Relegation gegen den Titelträger der Staffel 2 - BW Voerde oder VfB Schwelm - sogar. „Dass wir im letzten Jahr schon fünf Wochen vor der Relegation Meister waren, hat bei etwas uns die Luft rausgelassen“, sagt Turhan, „jetzt haben wir die Spannung hochgehalten und müssen bis zum Ende jedes mal sehr konzentriert sein.“ Das soll auch am Sonntag in Dahl gelten. Denn - bei aller Vorsicht - die Meisterschafts-T-Shirts liegen schon bereit. Turhan: „Die wollen wir jetzt auch anziehen.“

Bei den Fortunen geht man davon aus, dass am Sonntag für den Aufsteiger die Saison beendet ist. Diese Kreisliga A, in dem Teams zurückgezogen haben oder nicht zum Spiel erschienen, habe ihm nicht gefallen, räumt Dias ein. „Wir spielen mit dem Gedanken, in die Ennepe-Staffel zu wechseln“, sagt der Fortuna-Klubchef, „um dort mehr gefordert zu werden.“ Und Ambitionen, die Klasse in Richtung Bezirksliga zu verlassen, hat das Team von der Klutert auch in der nächsten Saison. „Wir werden definitiv nicht schwächer werden“, kündigt Dias an.