Anhänger des SV 1910 randalieren in Hüsten

Anhänger des SV Hohenlimburg 1910 zündeten in Hüsten Rauchbomben und Bengalos.
Anhänger des SV Hohenlimburg 1910 zündeten in Hüsten Rauchbomben und Bengalos.
Foto: WP

Arnsberg/Hohenlimburg..  Das Fußball-Landesligaspiel des SV Hohenlimburg 1910 beim SV Hüsten 09 hatte am Sonntagnachmittag noch nicht begonnen, da wurde es bereits zur Nebensache. Vermummte Hohenlimburger Anhänger zündeten zunächst Bengalos auf der Tribüne, um kurz darauf Rauchbomben hochgehen zu lassen. Die herbeigerufene Polizei stellte vor Ort später eine Tasche mit weiteren Leuchtraketen und Rauchbomben sicher, die einem 27-Jährigen zuzuordnen war. „Gegen ihn und auch gegen weitere Gäste-Fans werden wir nun ermitteln“, erläuterte Polizeisprecher Ludger Rath.

Bereits im Vorfeld der Partie, die der SV 1910 letztlich mit 3:1 gewann, deutete auf der Facebook-Seite der Hohenlimburger Ultra-Gruppe „Black Elite“ einiges darauf hin, dass die Partie im Arnsberger Stadtteil Hüsten nicht problemlos über die Bühne gehen sollte. In dem sozialen Netzwerk wurde am vergangenen Samstag ein Foto gepostet, das eine von zahlreichen Feuerwerkskörpern umringte Totenkopfflagge zeigt. Darüber steht der Satz: „Seid ihr bereit?“ Bereits einen Tag zuvor hatte „Black Elite“ in einem Text auf Facebook verkündet: „Aber trotz alledem werden wir am Sonntag, bei egal welchen Ergebnissen, diese Saison gebührend verabschieden und mit Krach in die nächste gehen!“ Den „Krach“ hatten die Verfasser offenbar wörtlich gemeint.

„Zehner, Zehner“-Rufe schallten am Sonntag aus dem mit einem Hohenlimburger Banner versehenen Block, als die Gäste-Kicker ins Stadion Große Wiese einliefen. Was zunächst wie ein ganz normales Anfeuern des Teams aussah, eskalierte wenig später: Auf mehrere Bengalos folgten Rauchbomben, die weite Teile der Tribüne einnebelten.

„Da müssen wir schnell hin!“, entschieden die beiden Hüstener Vorsitzenden Uwe Schulte und Rainer Müller. Als routinemäßig eingesetzte Ordner deeskalierten sie die brenzlige Situation. Nachdem der Rauch verflogen war, begann das Spiel planmäßig und blieb ohne weitere Vorfälle auf der Zuschauertribüne.

Verstoß gegen Sprengstoffgesetz

Die Polizei war inzwischen gerufen worden und mit kleiner Besetzung angerückt. „Wie so oft wollte es niemand gewesen sein“, so Polizeisprecher Ludger Rath. Allerdings stellten die Beamten wenig später besagte Tasche mit dem explosiven Inhalt sicher. Obwohl bis gestern noch niemand Verletzungen durch den Rauch und die heißen Bengalos gemeldet hatte, ermittelt die Polizei, denn die Verwendung dieser Utensilien gilt als ein „Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz“. Aufzuklären gilt es zudem eine Sachbeschädigung: Sitzflächen im Stadion wurden angekokelt.

Vorstand setzt sich zusammen

Kurz nach den Ausschreitungen erschien Bernd Preußner, 2. Vorsitzender des SV 1910, im Stadion Große Wiese und begab sich sofort zu den vermeintlichen Fans, um ihnen klar zu machen, dass der Verein ein solches Verhalten auf keinen Fall dulden werde. „Wir distanzieren uns ganz deutlich davon“, teilte Preußner gestern auf Anfrage mit. Ob die Randalierer ein Stadionverbot bei Heimspielen der Zehner erwartet, vermochte Preußner aber noch nicht zu sagen: „Der Vorstand wird sich zusammensetzen und eine Entscheidung treffen.“ Denn nicht zum ersten Mal fielen die Hohenlimburger Ultras negativ auf. Auf deren Auswärtsauftritte habe der SV 1910 allerdings keinen Einfluss, gab Preußner zu bedenken: „Wir können ihnen ja nicht verbieten nach Hüsten zu fahren.“