Andrea Haarmann, Holger Flaßnöcker und BG-Damen sind Sportler des Jahres

Als Sportler des Jahres wurden Andrea Haarmann (6.v.re.),  Holger Flaßnöcker (4. von re.) und die Damen der BG Hagen ausgezeichnet.Fotos:Michael Kleinrensing
Als Sportler des Jahres wurden Andrea Haarmann (6.v.re.), Holger Flaßnöcker (4. von re.) und die Damen der BG Hagen ausgezeichnet.Fotos:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Andrea Haarmann, Holger Flaßnöcker und die Basketball-Damen der BG Hagen sind Sportler des Jahres 2014. Beim Neujahrsempfang von Stadt und Stadtsportbund wurden sie ausgezeichnet.

Hagen..  Es war ein Vormittag der Überraschungen. Bei der Wahl zum Sportler des Jahres etwa, dort landeten keineswegs die vermeintlichen Favoriten vorn. Vor allem mit dem Hohenlimburger Geher Holger Flaßnöcker hatten wohl die wenigsten als Sieger gerechnet. Und auch beim markantesten Programmpunkt des Neujahrsempfang des Hagener Sports überraschte Stadtsportbund-Chef Reinhard Flormann nicht nur das Auditorium, sondern auch seinen Geschäftsführer und Organisator Hans-Werner Wischnewski: Die Sonder-Ehrung der achtjährigen Clara Bardohl wurde zum emotionalen Höhepunkt des traditionellen Treffens der heimischen Aktiven, Trainer und Funktionäre.

Auszeichnungen für besondere sportliche Leistungen im vergangenen Jahr sind elementare Bestandteile des Neujahrsempfangs, diese hier indes war außergewöhnlich. Der Sonderpreis der Sparkasse bedenkt ohnehin Erfolge abseits von errungenen Meisterschaften, diesmal etwa wurde Handball-Trainer Daniel Schwebe vom Post SV Hagen für seine Koordination von Kooperationen mit Schulen und Kindertagesstätten ausgezeichnet. Bei der zweiten Preisträgerin sah sich Flormann veranlasst, weiter als üblich auszuholen und ein besonderes Podium zu bieten. Was vor allem an der besonderen Geschichte der achtjährigen Clara Bardohl liegt, die nicht nur Sport-Dezernentin Margarita Kaufmann anrührte.

Im Alter von vier Jahren erhielt die Eilperin dieDiagnose Leukämie, schwebte in akuter Lebensgefahr, beide Füße mussten amputiert werden. „Dann stellte sich heraus, dass die kleine Clara eine echte Kämpferin ist“, berichtete Musik-Conferencier Thomas Weber, der die mit ihrer Familie von Flormann auf die Bühne gebetene Achtjährige vorstellte. Mit Prothesen begann die Astrid-Lindgren-Schülerin 2011 mit dem Fahrradfahren, lernte beim TSV Dahl Schwimmen - und trainiert und spielt mittlerweile in der U10-Mannschaft der BG Hagen Basketball. „Du bist ein wahnsinnig tolles Vorbild für alle Kinder, denen es so geht wie dir“, sagte Thomas Haensel, Aufsichtsrats-Chef von Phoenix Hagen. Der Basketball-Bundesligist war ebenso wie Fußball-Erstligist Borussia Dortmund oder die Drittliga-Handballer des VfL Eintracht von Flormann auf Clara aufmerksam gemacht worden. Vor Trikots, Bällen und Einladungen mit der Familie in den VIP-Bereich konnte sich die Achtjährige - ein Paradebeispiel für gelungene Inklusion im Sport - in der Folge kaum retten, den Verwöhn-Gutschein im Hotel Dresel will sie mit dem gesamten BG-Team nutzen. „Denn sie steht hier stellvertretend für die Mannschaft“, betonte Vater Mark Bardohl.

Flormanns spontane Aktion sprengte mit 30 Minuten den Zeitrahmen etwas, doch insgesamt durfte sich der SSB-Chef über eine kurzweilige Veranstaltung vor etwa 450 Besuchern freuen. Mit abwechslungsreichen Einlagen, so hatten etwa die Taekwondoka des TSV Hagen 1860 einen mitreißenden Auftritt, bei denen reichlich Holzbretter und Steine zu Bruch gingen. Aber auch die Drums Alive Kids von Eintracht Eckesey oder Flip Flap von Friesen Haspe begeisterten das Publikum. „Alles Hagener Produkte“, betonte Wischnewski, „wir haben niemanden eingekauft.“

Und mit zwei deutlichen Siegern bei der Sportlerwahl: Judo-Veteranenweltmeisterin Andrea Haarmann (1159) hatte ebenso wie Holger Flaßnöcker (1129), Team-Weltmeister im Bahnengehen, mehr als doppelt so viele Stimmen wie der Nächstplatzierte. Dagegen verzeichneten die Basketball-Damen der BG Hagen, Aufsteiger in die Regionalliga (509), gerade mal zwei Stimmen Vorsprung. „Da haben wir dreimal nachgezählt“, versicherte Wischnewski, der schon zur Eröffnung befunden hatte: „Der Hagener Sport ist viel, viel besser, als er sich häufig macht.“

Das fand auch Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer, der von einem ertragreichen Jahr für den Sport sprach, schon weil den Klubs dank der Ablehnung der geplanten Energieumlage 180 000 Euro mehr blieben. „Ich hoffe, dass die Sportstätten-Nutzungsgebühr damit endgültig begraben ist“, betonte er, das sage er indes nicht in seiner Funktion als Bürgermeister. Als Interessensvertretung habe man sich gegen diese Abgabe wehren müssen, blickte wiederum Flormann zurück, gerade für die vielen kleinen der 220 Hagener Vereine sei das wichtig gewesen. Gleichzeitig betonte der SSB-Chef: „Sport und Kultur und die hinter ihnen stehenden Personen und Vereine sind kein Widerspruch, sie bleiben Eckpfeiler in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“