An Qualität hat SSV Hagen noch hinzugewonnen

Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Im Juni scheiterte der SSV Hagen beim Unternehmen Bezirksliga-Aufstieg in der Relegation gegen SW Breckerfeld. Jetzt führt man wieder die Kreisliga an - und diesmal soll der Aufstieg klappen.

Hagen..  Der 22. Juni war der schwärzeste Tag des SSV Hagen im eigentlich so erfolgreichen Fußballjahr 2014. An diesem Sonntag musste der souveräne Meister der Kreisliga A1 nach der 0:1-Pleite im Relegationsspiel gegen Schwarz-Weiß Breckerfeld alle Hoffnungen auf den ersehnten Bezirksligaaufstieg endgültig begraben. Innerhalb weniger Tage meldete sich ein Dutzend Spieler ab, der Verein stand vor einer ungewissen Zukunft. Nur ein halbes Jahr später ist der Höing-Klub wieder Spitzenreiter und scheint stärker denn je.

Innerhalb einer Woche stellten die Verantwortlichen im Sommer eine neue, schlagkräftige Mannschaft zusammen. „Unser Team hat im Vergleich zur letztjährigen Elf definitiv noch einmal an Qualität gewonnen“, sagt SSV-Coach Ömür Turhan. Beeindruckende 14 Siege in 15 Partien – lediglich der SV Boele-Kabel konnte dem SSV ein 1:1-Remis abtrotzen – stehen zum Jahreswechsel zu Buche. Es ist Turhans fünfte Herbstmeisterschaft in Folge. Sicher sind der Titelgewinn und die damit verbundene erneute Teilnahme an den Relegationsspielen um den Aufstieg allerdings noch nicht. Mit nur drei Punkten Rückstand lauern die Verfolger Fortuna Hagen und SV Hohenlimburg 10 II auf den Plätzen zwei und drei. „Unser Ziel ist ganz klar der Aufstieg“, will Turhan daher nichts dem Zufall überlassen. Mit Gracjan Rybicki, Michel Ferrera (beide TuS Stockum) sowie Serdar Demirel (SV Hohenlimburg 10) stoßen in der Winterpause drei weitere namhafte Akteure zum ohnehin gut besetzten Kader hinzu. Hicham Koubaa, Ufuk Sahin und Akan Özcelik verlassen den Verein in Richtung VTS Iserlohn.

Auch im Trainerstab hat es eine Veränderung gegeben: Der bisherige Co-Trainer Siggi Gluch, der die Mannschaft nach der laufenden Saison ursprünglich als Chefcoach übernehmen sollte, hat den Verein verlassen. „Wir hatten bereits bei seinem Einstieg verabredet, dass wir zum Ende der Hinrunde ein erstes Fazit ziehen. Beide Seiten haben nun festgestellt, dass die Zusammenarbeit nicht hundertprozentig gepasst hat“, so Turhan, der im kommenden Sommer in den Vorstand des Höing-Klubs wechseln wird. Einen Kandidaten für seine Nachfolge habe man bereits ins Auge gefasst. „Die entsprechenden Gespräche werden zeitnah geführt.“ Die Funktionäre und Betreuer Ercan Turan, Kemal Erkaya, Giuseppe Tripi, Doan Uysal und Kai Langenbruch bleiben indes weiterhin an Bord. „Ohne ihre tatkräftige Unterstützung wäre dieser Erfolg gar nicht möglich“, ist es Turhan wichtig zu betonen, dass der SSV schließlich „keine One-Man-Show ist.“

Nicht nur die A-Liga-Mannschaft ist auf Kurs, sondern auch der Unterbau entwickelt sich so, wie man es sich am Höing erhofft hat. Die zweite Mannschaft liegt in der Kreisliga C2 auf dem zweiten Tabellenplatz, die U23 rangiert in der Gruppe 1 auf Platz drei. Das Ziel, eines der beiden Teams in die Kreisliga B zu bringen, habe man fest vor Augen, so Turhan: „Wir wollen die Spanne von der ersten Mannschaft zu den übrigen Seniorenteams verkleinern, damit sich insbesondere jüngere Spieler noch besser entwickeln können.“ Da passt es ins Bild, dass auch die A-Jugend in der Kreisliga A als Dritter noch um die Meisterschaft mitspielt. „Insbesondere die Jugend macht mit den geringen Mitteln einen super Job“, ist Turhan vom Gesamtkonzept des SSV überzeugt.

In 2015 soll der Klub weiter professionalisiert werden. „Wir befinden uns auf einem guten Weg, auf dem wir das Ziel allerdings noch lange nicht erreicht haben“, so Turhan. Schon jetzt bieten identische Trainingsoutfits, ein fester Physiotherapeut, gemeinsame Mahlzeiten nach den Heimspielen oder eigene Kabinen für die Seniorenteams ein attraktives Gesamtpaket. Ein dreitägiges Trainingslager in Papenburg im Februar soll die Kicker zudem bestens auf die Rückrunde vorbereiten. Gegen hochkarätige Gegner (Hohenlimburg 10, Hasper SV, SV Bommern, Grün-Weiß Wuppertal) wird dann noch einmal die Form getestet, bevor es für den SSV am 15. März ausgerechnet beim ärgsten Verfolger Fortuna wieder um Meisterschaftspunkte geht. Der Lohn der harten Arbeit sollen dann die Aufstiegsspiele gegen den Meister der Gruppe 2 sein. „Auch wenn es garantiert wieder spannende und umkämpfte Begegnungen werden, haben wir aufgrund der gesammelten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr dann hoffentlich die Nase vorn“, so Turhan.