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Als Frühaufsteher hinaus auf den See

13.11.2012 | 17:41 Uhr
Als Frühaufsteher hinaus auf den See
Frühaufsteher-Training der speziellen Art: Simon He-ister, Torben Fröse, Kai Spenner und Max Hoff (v.li.) auf dem Baldeneysee.Foto: Ute Freise

Essen/Herdecke. Es ist früher Morgen, gegen 6.30 Uhr am Essener Baldeneysee. Von vereinzeltem Vogelgezwitscher abgesehen, ist es am Kanu-Bundesstützpunkt nahezu mucksmäuschenstill. Und der See präsentiert sich von seiner besten Seite - spiegelglatt. Dennoch laden diese Bedingungen nicht gerade zu einem Frühspaziergang oder Frühsport ein, denn es ist noch stockdunkel.

Interessant aber ist es allemal. Legen zunächst auf dem Bootssteg befindliche Badelatschen die Vermutung nahe, am Vortag vergessen worden zu sein, wird nach einigen Minuten klar, dass dem nicht so ist. Denn in Ufernähe tauchen Lichter auf, die sich fast gespenstisch, aber kontinuierlich dem Regattahaus nähern. Und immer deutlicher hörbar wird dann auch ein gleichmäßiges Wassergeräusch, schließlich als zügig aufgeführte Paddelschläge zu identifizieren.

An diesem Morgen sind es Max Hoff, der Bronzemedaillen-Gewinner von London im 1000m-Einerkajak sowie der Herdecker U23-Europameister Kai Spenner und Torben Fröse (Wetter), der lange mit im Rennen um eine Olympiateilnahme dabei war. Als vierter im Bunde komplettiert an diesem Morgen Simon Heister das Quartett, das sein individuelles Frühtraining auf dem Wasser absolviert. Schon früh haben sie sich getroffen, um um Punkt sechs Uhr in die Rennkajaks steigen und die ersten Wasserkilometer machen zu können. Eine Verlagerung nach hinten ist nicht möglich, denn für Hoff, Spenner und Fröse geht es schon früh morgens in Richtung Arbeit bzw. Uni. Und im Spitzenbereich ist es einfach unerlässlich, mehrmals in der Woche zweimal täglich auf dem Wasser zu trainieren. Zumindest, solange das Gewässer nicht zugefroren ist. Es ist schon was dran an dem Sprichwort „Kanu-Weltmeister werden im Winter gemacht!“

Paddeln in der morgendlichen Finsternis mag für Außenstehende vielleicht krass wirken, für die ambitionierten Kanu-Asse ist es kein Problem. Sie haben in diesem Jahr bei ihren internationalen Erfolgen gemerkt, da geht noch was und sind im Hinblick auf die kommende Saison hoch motiviert. Das wird klar, als alle bestens gelaunt aus ihren Booten steigen. „Aber Lampen mussten wir schon auf den Booten anbringen. Und das nicht nur, um den gesetzlichen Vorgaben der Wasserschutzordnung gerecht zu werden. Schließlich wollen wir ja auch nicht gegen eine Boje fahren oder die Orientierung verlieren“, erklärt Max Hoff schmunzelnd. Und U23-Europameister Kai Spenner ergänzt: „Eigentlich macht es richtig Spaß, so früh und ungestört trainieren zu können. Die Temperaturen sind noch mild und so glatt hat man den See.“

Sprichts und freut sich auch schon auf eine anschließende Einheit im Kraftraum, zu der er mit Max Hoff noch Zeit hatte. Während Partner Torben Fröse nach einer schnellen Dusche zur Arbeit eilt. Denn er möchte pünktlich um 16 Uhr wieder zum Nachmittagstraining aufs Wasser – rechtzeitig, bevor es schon wieder dunkel wird.

Ute Freise


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