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66 Mal Fortuna-Torjubel ist Kreisliga-Bestwert

21.01.2015 | 00:10 Uhr
66 Mal Fortuna-Torjubel ist Kreisliga-Bestwert
Dauerjubel auf der Klutert: Die letzten zwölf Spiele bestritten Danny Maus, Giuseppe Cioffi, David Blaut (von links) und Co. siegreich.Foto:Michael Kleinrensing

Hagen. Als Aufsteiger auf Platz zwei zu überwintern, ist so schlecht nicht. Gleichzeitig erzielten die Kicker des SV Fortuna Hagen mehr Tore als alle anderen Mannschaften in den beiden heimischen Fußball-A-Kreisligen. 66 Mal durften Top-Goalgetter Benjamin Haller, der alleine 14 Mal erfolgreich war, und seine Kollegen von der Klutert in den bisherigen 15 Spielen jubeln. Der drei Punkte bessere Spitzenreiter SSV Hagen brachte es „nur“ auf 65 Tore. Aber die Höing-Kicker spielen, so sieht es wenigstens Jorge Dias, sowieso in einer anderen Liga. Weshalb der Fußballchef des Klutert-Klubs, zumindest offiziell, an einen etwaigen Durchmarsch in die Bezirksliga keinen Gedanken verschwendet.

„Der SSV ist für mich kein Kreisligist. Das ist ein verkappter Landesligist, der in unserer Liga eigentlich nichts zu suchen hat“, sagt „Jo“ Dias über jenes Team, das den Fortunen die bislang einzige Saisonniederlage beibrachte. Ein Klassenunterschied tat sich am zweiten Spieltag allerdings nicht auf. Bis zur 80. Minute führten der Aufsteiger durch einen Treffer von Danny Maus auf dem Höing-Kunstrasen sogar mit 1:0. Zehn Minuten vor Schluss glich Ramazan Ünal für den SSV aus und in der zweiten Minute der Nachspielzeit gelang Mustafa Mecal noch der glückliche Siegtreffer für den Titelverteidiger, der in der Vorsaison in den Entscheidungsspielen gegen Breckerfeld den Aufstieg in die Bezirksliga verpasst hatte. In diesem Jahr sind die noch einmal verstärkten Adlerträger dran , davon geht Dias fest aus. Auch wenn der Fortuna-Abteilungsleiter betont, dass es mit Hohenlimburg 10 II („die haben auch erst einmal verloren und wie wir 40 Punkte“) noch einen dritten Bewerber für die Meisterschaft in der Kreisliga A1 gibt. Angesichts des Gedränges an der Spitze war es eine günstige Fügung, mit dem offensiven Mittelfeldmann Safet Tupella von Landesligist Hasper SV noch einen Spieler verpflichten zu können, der schon in der Jugend für den Klutert-Klub kickte. Mit dem 22-Jährigen hat Coach Christoph Pajdzik künftig eine Alternative mehr.

Dass die Fortunen, die schon einmal in der Verbandsliga kickten, nach der Rückkehr in die A-Liga mit namhaften Neuzugängen wie Norbert Makowski, Abdul Caliskan oder David Blaut nicht die Rolle einer grauen Maus spielen würden, damit hatte Dias, wie er heute zugibt, schon gerechnet. „Dass wir so nahe an der Spitze dran sein würden, damit aber nicht“, sagt der frühere Landesliga-Coach (Hagen 11, Hasper SV). Dies sei nicht zuletzt das Verdienst von Trainer Christoph Pajdzik („er macht die Spieler noch besser“), dem mit Norbert Makowski ein Assistenzcoach zur Seite steht, der ebenfalls schon höher gespielt hat. Pajdzik ist zwar erst 30 Jahre, aber die Entscheidung, nicht als Spielertrainer, sondern nur als Coach zu fungieren, begrüßt Dias („Er spricht die Sprache der Spieler und kommt beim Team sehr gut an“) ausdrücklich. Im Sommer will Pajdzik seine erste Trainerlizenz erwerben.

Aktiv ist der Übungsleiter der „Ersten“, wenn es zeitlich passt, noch in die Drittvertretung. Das ist eine weitere Erfolgsgeschichte beim Klutert-Klub. Die Truppe, die Jo Dias und Werner Steinig im Dezember an das neue Trainerduo Andre Sänger/Jörg Stölzel übergaben, führt mit 43 Punkten die Tabelle der Kreisliga C2 vor SSV Hagen II und Gevelsberg-Vogelsang II (je 40) an und soll nach Möglichkeit in die B-Liga aufsteigen. Weil es mittlerweile 75 aktive Senioren-Kicker gibt, die bei Fortuna Fußball spielen wollen, soll im Sommer eine fünfte Mannschaft aufgemacht werden. „Mit vier Teams in der Kreisliga C zu spielen, das macht keinen Sinn“, hofft Dias, dass „Pitter“ Bitendere, Christoph und Thomas Pajdzik & Co. am 14. Juni die Meisterschaft feiern können. Auch seine Söhne Kevin und Julian gehören zum Team.

Trotz solcher familiärer Verflechtungen legt der 45-jährige Geschäftsführer einer Personaldienstleistungsfirma Wert darauf, dass der SV Fortuna nicht als „Dias-Klub“ wahrgenommen wird. Nur dank engagierter Mitstreiter wie der Geschäftsführerin Angelika Krause, Fußball-Vize Rainer Köster oder Jugendleiter Matthias Doroschewski, unter dem die Nachwuchsabteilung von sechs auf inzwischen wieder zehn Mannschaften ausgebaut wurde, sei die jüngste positive Entwicklung möglich gewesen.

Dabei schwebt über dem Klutert-Platz (Dias: „Wir sind das beste Hagener Fußball-Team, das auf Asche kickt“) nach wie vor das Damoklesschwert der Anlagen-Aufgabe durch die Stadt. „Fortuna Hagen spielt hier - oder gar nicht“, das gilt laut Jo Dias heute genauso wie im Frühjahr 2013, als eine Platz-Schließung thematisiert wurde. Seitdem zeigt die Kurve klar nach oben, was Masse und Klasse gleichermaßen betrifft. Bessere Argumente für den Standort Klutert hätte der Klub nicht sammeln können.

Rainer Hofeditz

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66 Mal Fortuna-Torjubel ist Kreisliga-Bestwert
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2015-01-21 00:10
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