2500 erleben in Hagen weit mehr als nur ein Fußballspiel

Foto: Alex Talash
Was wir bereits wissen
Es war weit mehr als nur ein Fußballspiel: 2500 Besucher kamen in die Kampfbahn Boelerheide und erlebten bei der Partie des „Rett-Dreamteams“ gegen die Schalker Allstars einen Nachmittag mit Fußball, reichlich Show und hoher Promi-Dichte.

Hagen..  Die Rückkehr nach Boelerheide war auch sein Comeback im Dienst der guten Sache. 2003 und 2004 machte Mickie Krause mit, als Prominente in der Kampfbahn erstmals für die Rett-Stiftung kickten. Ein gutes Jahrzehnt später schlüpfte der Schlagersänger wieder ins Torwarttrikot des „Rett-Dreamteams“, auch wenn er angesichts abendlicher Auftritte in Delmenhorst und Oberhausen nicht viel Zeit hatte. Doch ein Viertelstündchen hütete der Entertainer das Tor gegen die Schalke 04 Allstars - und verabschiedete sich dann spektakulär. „Schatzi schenk mir dein Foto“ - Krauses auf dem Rasen intonierter Stimmungshit war programmatisch für das Spektakel. Angesichts hoher Promi-Dichte und Stars ohne Berührungsängsten liefen Kameras und Smartphones der gut 2500 Zuschauer über drei Stunden heiß. Fußball gespielt wurde auch, das offizielle Endergebnis von 2:1 für die Gastgeber war allerdings eher nebensächlich.

Fast hätte sich Mickie Krause quasi ohne Makel aus Hagen verabschiedet. Das vereinbarte Zeichen zur Auswechslung war schon gegeben, als die Schalker - früh durch Handballer Stefan Kretzschmar in Rückstand geraten - noch einmal auf sein Tor zurannten. Gegen Mittelstürmer-Legende Klaus Fischer rettete Krause noch waghalsig, gegen den Heber von Markus Schwiderowski war er indes machtlos. Das 1:1 war aber nicht der Grund, dass der Gelegenheits-Keeper sich das Mikrophon griff. „Ich muss noch weiter“, erklärte Krause, bevor er Mitspieler und Fans mit Party-Liedgut zum Klatschen und Tanzen animierte. „Er ist ein Typ, der die Leute mitreißt“, hob Organisator Uwe Straube anschließend hervor, Krauses Auftritt sei das „Highlight“ gewesen. Und überhaupt: „Das war eine der stimmungsvollsten Veranstaltungen, die wir je gemacht haben.“

Claudia Kohde-Kisch trifft

Der achte Rett-Benefiztag bot den Besuchern in der Tat weit mehr als nur ein - von Reporter Werner Hansch und Kabarettist Hans Werner Olm launisch moderiertes - Fußballspiel. Auch wenn die Ballung ehemaliger Kickergrößen auf dem arg holprigen Boelerheider Rasen schon beeindruckend war. Gegen Schalkes Offensiv-Power um Fischer, Rüdiger Abramczik, der vor dem beinharten Konkurrenzkampf im 25-köpfigen Rett-Kader doch zu den Königsblauen geflüchtet war, Olaf Thon und Martin Max baute das Dreamteam auf Weltmeister Thomas Berthold und Europameister Thomas Helmer in der Innenverteidigung und ein brasilianisches Mittelfeld mit Chiquinho und Mineiro. Die Team-Mitglieder ohne Fußball-Vita setzte Spielertrainer Erdal Keser so nur dosiert ein. Mehr Einsatzchancen erhielten Basketballer Bernd Kruel oder Boxer Björn Blaschke nach dem Wechsel, als angesichts schwindender Kräfte ohnehin auf beiden Seiten 14 Akteure auf dem für einige doch sehr weitläufigen Spielfeld standen.

Den Schlusspunkt zum 2:1 mit dem Abpfiff setzte so auch mit Claudia Kohde-Kilsch eine Tennis-Spielerin per souveränem Elfmeter. Eigens über 400 Kilometer aus Saarbrücken war die Ex-Wimbledonsiegerin, die sich bereits seit zehn Jahren für krebskranke Kinder engagiert, angereist. „Wenn man die Chance hat, mit seinem Namen zu helfen, sollte man es tun“, fasste sie das Motiv aller Mitspieler zusammen, bevor sie sich geduldig einen Weg durch die zahllosen Autogramm- und Selfie-Jäger zum Mannschafts-Bus bahnte. Dass immer mehr Prominente aus Sport und Show-Business zum Rett-Benefiztag und anschließender Gala kommen, erfüllte Schirmherr Erdal Keser mit Stolz: „Es ist eine Genugtuung, dass alle dabei sind, wenn wir rufen.“ Und tags darauf meldete sich auch Mickie Krause noch mal in Hagen und bekannte: „Es wurde Zeit, dass ich mal wieder dabei bin.“