125 Seemeilen über den Ärmelkanal

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Ijmuiden/Hagen..  Zum fünften Mal lud der holländische Segelclub „Toerzeilers“ zur Hochseeregatta „Small Ships Race“, über mehr als 100 Seemeilen ging es von Ijmuiden am Ausgang des Nordseekanals nach Lowestoft/England. Ein ganzes Jahr hatten sich die Hagener Willi Henke und Andy Gräve auf diese Regatta vorbereitet - und nahmen mit der Sailart24 „Emotion“ erfolgreich teil. Am Ende belegten sie nach anspruchsvollem Törn über den Ärmelkanal Rang fünf im Gesamtfeld, nur sechs Minuten trennten sie von Platz drei.

Im Yachthafen von Ijmuiden überquerten 32 Boote, deren Größe auf maximal 24 Fuß begrenzt war, morgens um sechs die Startlinie zwischen den Molenköpfen am Ausgang des Nordseekanals. Das Wetter meinte es sehr gut mit dem Regattafeld - Windstärke vier, 12 Grad Celsius, wolkenloser Himmel, ein bis zwei Meter - und das sollte sich über die gesamte Distanz nicht ändern. Beim Segelsetzen der „Emotion“ gab es gleich die erste Panne, einige Mastrutscher vom Großsegel waren verdreht, das kostete Zeit. Die Konkurrenz segelte davon, doch mit optimal getrimmten Segeln holten Henke und Gräve sehr schnell wieder auf, lagen bald mit an der Spitze.

Alle zwei Stunden mussten sich alle Regattateilnehmer per UKW-Funk melden, um Position und Kurs sowie das Befinden an Bord durchzugeben. Zwei Konkurrenten schieden aus, Seekrankheit des Skippers bzw. Ruderbruch waren die Gründe. Auch im „Emotion“-Boot wurde es angesichts von unberechenbaren Kreuzseen feuchter und feuchter. Mit der Dämmerung ab 20 Uhr kam die Kälte - Temperatur um die sehcs Grad - , die trotz bester Funktionsbekleidung angesichts fehlender Bewegung in die Körper kroch. „In solchen Momenten fragt man sich schon, warum man sich das eigentlich antut“, sagt Henke. Doch nach 26,5 Stunden kamen er und Gräve an, überquerten übermüdet und durchgefroren als zweites Schiff der Regatta die Ziellinie zwischen den Molenköpfen der Hafeneinfahrt von Lowestoft. Da Sailart24 in den Niederlanden ein Rating von 104 hat, belegte die Crew nach berechneter Zeit den ersten Platz in ihrer Gruppe und Rang fünf im Gesamtfeld. „125 Seemeilen gegen den Wind gekreuzt, immer auf der Kante, es war ein langes, hartes Rennen“, bekannte Henke, der sehr stolz auf das erzielte Ergebnis war. Feiern konnte die Crew bei der anschließendem Siegerehrung in den altehrwürdigen „Royal Norfolk & Suffolk Yacht Club“ - stilecht in Schlips und Kragen.