1:0 - SSV Hagen macht die Tür zur Bezirksliga auf

Foto: Marco Marcegaglia
Was wir bereits wissen
Entschieden ist noch nichts, doch den Vorteil hat nun der SSV Hagen. Mit 1:0 entschied der meister der Fußball-Kreisliga A1 das Relegationsspiel gegen Blau-Weiß Voerde vor 950 Besuchern in Silschede. In Hohenlimburg wird am nächsten Samstag nun über den Bezirksliga-Aufstieg entschieden.

Silschede..  Den vorletzten Schritt in Richtung Bezirksliga haben die Fußballer des SSV Hagen gemacht. Im ersten Entscheidungsspiel um den Aufstieg hat der Meister der Kreisliga A, Gruppe 1, sein Pendant aus der Staffel 2, Blau-Weiß Voerde, mit 1:0 (1:0) durch ein Strafstoßtor bezwungen. „Wichtig ist nur, dass wir das erste Spiel gewonnen haben“, atmete SSV-Trainer Ömür Turhan nach der Partie erst einmal tief durch. Denn eigentlich wäre ein Unentschieden der gerechte Ausgang in einer an Torchancen eher armen Partie gewesen. Der SSV war in der ersten Halbzeit die deutlich dominierende Mannschaft, ließ aber nach dem Wiederanpfiff stark nach und konnte am Ende mit dem knappen Sieg mehr als zufrieden sein.

Hagen begann vor 950 Zuschauern auf dem Kunstrasen im Silscheder Waldstadion sehr druckvoll und schnürte die Voerder von Beginn an in deren Hälfte ein. Aber gegen die vielbeinige Abwehr der ganz in blau spielenden Blau-Weißen, die manchmal mit acht, neun Spielern ihren Strafraum verteidigten, gab es kein Durchkommen. Weil der SSV nach Ballverlusten früh attackierte, oft schon in des Gegners Hälfte, und das Spielgerät schnell wieder eroberte, waren die Hagener die deutlich dominierende Mannschaft. Aber die aufgerückte Abwehr des SSV wurde dadurch anfällig für Konter, und Voerde deutete bei zwei Distanzschüssen seine Gefährlichkeit an.

Doch der SSV machte insgesamt zu wenig aus seiner Überlegenheit. In der fünften Minute war Marco Rummenhohl einmal durch, aber Voerdes Keeper Michel Hakenberg wehrte seinen Schuss mit den Fuß ab. Ein Schuss aus 25 Metern von Ramazan Ünal ging über das Tor (28.). Kurz darauf erwischte Rummenhohl eine Flanke von Enes Demir mit dem Kopf nicht richtig, mehr hatten die „Roten“ an Gefährlichkeit nicht zu bieten.

Deshalb brauchte es eine Standardsituation zur Führung. In der 33. Minute drang der beste SSVer an diesem Tag, Michel Ferreira, von der linken Seite in den Strafraum ein und wurde von Giuseppe Padula von den Beinen geholt. Ein klarer Elfer, Rummenhohl verwandelte mit einem platzierten Schuss sicher zum 1:0 für die Hagener. Danach hatte der SSV das Spiel endgültig im Griff. Voerde spielte zu ungenau in die Spitze, verlor schnell den Ball und hatte bis zur Pause keine gefährliche Szene mehr. Doch das Turhan-Team ließ den Ball zwar sicher durchs Mittelfeld laufen, in der Offensive tat sich aber nicht mehr viel. Man hatte zwar gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, war am spätestens am Strafraum mit seinem Latein am Ende.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Die Voerder, in der ersten Hälfte noch sehr zurückhaltend und zögerlich, ergriffen nun die Initiative. Entsprechend abwechslungsreich wurde nun die Partie. So in der 54. Minute, als der Blau-Weiße Gaetano Salvo aus 18 Metern abzog, SSV-Keeper Marcel Jäger parierte und nur zehn Sekunden später auf der anderen Seiten Voerdes Torhüter Hakenberg außerhalb des Strafraums per Kopf vor Ferreira retten musste.

Aber der SSV baute mit fortlaufender Spielzeit immer weiter ab. Ein ungefährlicher Kopfball des frei stehenden Demir blieb die einzige echte Offensivszene. Die Voerder, die noch am letzten Dienstag im Entscheidungsspiel um den Titel der Kreisliga A2 gegen den VfB Schwelm 120 Minuten plus Elfmeterschießen hatten absolvieren müssen, bekamen jetzt die Kontrolle über das Spiel und ihre beste Chance, als der Ex-Hasper Tobias Schipnik aus acht Metern zum Abschluss kam (66.). Doch Jäger war ein sicherer Rückhalt und konnte diese wie auch zwei weitere Möglichkeiten der Blau-Weißen vereiteln. Als Jäger in der Nachspielzeit auch den letzten Schuss von Salvo festhielt, war die Partie endgültig zugunsten des SSV gelaufen.

Die Entscheidung, wer in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen wird, muss nun im zweiten Spiel fallen, das am kommenden Samstag um 16 Uhr im Hohenlimburger Kirchenbergstadion - dann auf Naturrasen - stattfinden wird. Eine Prognose über den endgültigen Ausgang fällt schwer, waren doch beide Teams nahezu gleichwertig und konnten jeweils eine Halbzeit für sich verbuchen. Das entscheidende Tor hatte aber der SSV Hagen erzielt, der nun im Vorteil ist. Und Kreis-Chef Peter Alexander, der die Ausrichtung durch Schwarz-Weiß Silschede lobte („wie immer top“), freute sich: „Es ist schön, dass das Spiel so knapp ausgegangen ist. Da haben wir nächste Woche noch einmal ein Highlight.“