Zwanzig Punkte sind das Ziel

Kevin Kirchner (39) siegte mit seinen OSC Löwen gegen den Leichlinger TV.
Kevin Kirchner (39) siegte mit seinen OSC Löwen gegen den Leichlinger TV.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Vier Kellerkinder der Dritten Liga siegten am Wochenende, der Abstiegskampf spitzt sich zu. Die halbe Liga muss noch zittern, der erste Trainer holt sogar schon den Rechenschieber raus.

Großartige Comebackqualität bewies der VfL Gladbeck am Samstagabend. Dank einer mitreißenden Aufholjagd besiegte der VfL die Drittplatzierte HSG Krefeld. Gladbecks Max Krönung beeindruckte nicht nur die Zuschauer in der Halle, sondern auch die Krefelder Presse.

Euphorie, Ernüchterung, Erleichterung

Die „Rheinische Post“ schrieb: „Sage und schreibe 18 Tore erzielte der 23 Jahre alte Rückraumspieler und erzielte damit eine neue Bestmarke für seinen Verein. Ihn bekam die HSG-Abwehr zu keinem Zeitpunkt in den Griff.“ Für die „Westdeutsche Zeitung“ profitierte Krönung auch von taktischen Fehlern der Gäste: „Fast 60 Minuten verharrten die Krefelder in ihrer defensiven 6:0-Deckung, beorderte Mast (Krefelds Trainer, d. Red.) nicht einmal einen Spieler zur Manndeckung, um die Kreise des zweitbesten Goalgetters der Liga einzuengen.“ Groß war die rot-weiße Euphorie auf dem Feld, beim Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz kamen Erstaunen, Ernüchterung und Erleichterung in der Gefühlspalette hinzu.

Erstaunen, weil gleich in der Hälfte der acht Drittliga-Partien die schlechter platzierte Mannschaft siegte. Enttäuschung, weil der eigene Überraschungserfolg gegen das Spitzenteam tabellarisch gesehen kein allzu großer Befreiungsschlag war. Erleichterung, weil die Erfolge der anderen Abstiegskandidaten den VfL nicht in größere Not brachte.

Gummersbach (16:24 Pkt.) siegte in Korschenbroich. SG Ratingen (19:23) besiegte Schalksmühle-Halver, die SGSH auf (20:22) liegt jetzt nur noch zwei Punkte und Plätze vor dem VfL Gladbeck. In Ausgang und Höhe überraschend war das 29:23 der OSC Löwen Duisburg über den Leichlinger TV, die Löwen (13:29) sind nun gleichauf mit Neuss auf dem letzten Nichtabstiegsplatz.

Neun Spiele vor Saisonende hat die halbe Liga Abstiegsangst. Die Trainer fangen an zu rechnen, zum Beispiel Dirk Lohse vom Vorletzten Soester TV (10:32) im „Soester Anzeiger“: „Wir brauchen noch zehn Punkte, um überhaupt die Chance zu haben, die Klasse zu halten.“

Zwanzig Punkte scheinen demnach die Marke zu sein, die für den Klassenerhalt mindestens nötig sind – dazu fehlt dem VfL Gladbeck nur noch ein Sieg. In weite Ferne gerückt ist dieses Ziel für Schlusslicht Wiesbaden (6:32) nach der Pleite gegen Zweibrücken. „Nicht drittligawürdig“ urteilte der „Wiesbadener Kurier“, die Mannschaft müsse ihre Mentalitätsprobleme abstellen. „Schleunigst“.

An der Spitze ziehen weiter Eintracht Hagen und der TuS Ferndorf einsam ihre Kreise – am Freitag kommt es in Hagen zum Showdown.