Wacker kämpft gegen den nächsten Abstieg

„Der Klassenerhalt funktioniert nur über die ganze Mannschaft“, sagt Neu-Trainer Carlos Gomes. So wie hier vor dem Spiel gegen ETuS Gelsenkirchen.
„Der Klassenerhalt funktioniert nur über die ganze Mannschaft“, sagt Neu-Trainer Carlos Gomes. So wie hier vor dem Spiel gegen ETuS Gelsenkirchen.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Die jüngere Geschichte von Wacker Gladbeck ist die Chronik eines Untergangs – ein alter Bekannter soll das jetzt wieder gerade biegen.

Vom Tabellenende der Kreisliga A auf den letzten Rang in der Kreisliga B – so lässt sich der Weg von Wacker Gladbeck im letzten Jahr beschreiben. Nach dem Abstieg aus dem Oberhaus des Kreises rissen die schlechten Nachrichten an der Burgstraße nicht ab. Die vergangenen Monate der Butendorfer lesen sich wie eine Chronik des Untergangs.

Dritt- wurde zur Erstvertretung

Bereits lange vor Ablauf der vergangenen Spielzeit stand es fest, dass Wacker Gladbeck fortan eine Etage tiefer um Punkte kämpfen wird. Und mit dem Abstieg verließen zahlreiche Spieler die Butendorfer: Beispielsweise strichen Christian Bohr, Patrick-Marcel Wagner und Mehmet Karabulut die Segel. Eine Erstvertretung existierte de facto nicht mehr und so wurde kurzerhand die dritte Mannschaft zu dieser umgeformt. Es bedurfte keiner fußballkundigen Fachmeinung um zu wissen, dass dies ein Himmelfahrtskommando – aufoktroyiert vom Vorstand – war. Die „Dritte“ spielte unter der Leitung von Maik Sypitzki in der Kreisliga C zuvor allenfalls eine solide Saison und sollte nun in der B-Liga angreifen. Schon nach der Hinrunde ließ sich feststellen: Ein unmöglicher Weg für den ursprünglichen C-Liga-Kader. Nach aktuellem Stand würde Wacker Gladbeck zum zweiten Mal in Serie absteigen. Derzeit belegen die Butendorfer den letzten Tabellenrang in der Kreisliga B. Doch was hätte der Vorstand schon tun sollen angesichts des personellen Aderlasses?

Trainer Maik Sypitzki stand genau zehn Spiele an der Seitenlinie. Dann sagte auch er : „Ohne mich!“ Mal präsentierte sich seine Elf miserabel, dann wiederum respektabel und spielfreudig. Am Ende standen die Wackeraner aber nahezu immer mit leeren Händen dar. Aus zwei Siegen und drei Punkteteilungen gingen immerhin neun Zähler auf das Konto von Wacker Gladbeck, doch die fehlende Qualität des Kaders machte es allen Beteiligten schwer. Gegen die Beckhausen-Reserve und Grafenwald II bekamen die Butendorfer dann doch das seltene Gefühl des Sieges zu spüren. Bitter wurde es hingegen bei den Auftritten gegen Eintracht Gelsenkirchen, SV Hansa Scholven und SB Gladbeck. Allein in diesen drei Partien kassierten die Wackeraner 23 Gegentore.

Sollte alles so weitergehen stiege Wacker Gladbeck ab. Doch genau das soll nicht der Fall sein. Der Vorstandsvorsitzender Alexander Jagielski lotste seinen Freund und ehemaligen Trainer Carlos Gomes zurück an die Burgstraße. Mit ihm kehren zahlreiche Kreisliga-Veteranen: Unter anderem werden Klaus Jungen, Sebastian Blask und Ufuk Ciger wieder für die Butendorfer auflaufen. Besagte Qualität, die im Abstiegskampf nötig sein wird. „Der Klassenerhalt funktioniert nur über die ganze Mannschaft“, betonte Feuerwehrmann Gomes, der nur bis zum Ende der Saison an der Seitenlinie stehen wird. Dann – so ist es derzeit geplant – soll der aktuelle A-Jugend-Trainer Olaf Brünglinghaus die Erstvertretung der Butendorfer übernehmen.