Vom Frosch zum Prinzen

„Frösche?“ Dieser Ausruf und entsetzte Gesichter waren die Reaktion auf Soja Dieckmanns Vorschlag für die nächste gemeinsame Aktion der Feldhausener Fußballjugend: Krötensammeln. Ausgestattet mit Warnwesten statt Trikots ging es in Bottroper Wäldern auf die Jagd, und die jungen Kicker hatten einen Riesenspaß bei dieser spannenden „Nachtwanderung“ unter Aufsicht des Naturschutzbundes (BUND).

„Wir unternehmen auch abseits des Spielbetriebes viel miteinander. DVD-Abende, Ausflüge – uns fällt immer was Neues ein“, verrät die Jugendleiterin des Klubs augenzwinkernd. „Die Idee mit dem Krötensammeln kam mir, weil unsere Mädchenmannschaft etwas für einen guten Zweck machen wollte.“

Vom Frosch zum Prinzen – das ist das Ziel, das der TSV Feldhausen derzeit mit dem Neuaufbau der Jugendabteilung betreibt. Der kam ins Rollen, als die Stadt verkündete, den Platz an der Marienstraße aufzugeben – als Teil ihrer umfassenden Sparmaßnahmen. „Vor zwei Jahren wurden wir aufgeweckt“, sagt Vereinstrainer Heiner Dieckmann. In einem ersten Schritt konnte der TSV die Schließung abwenden, die entscheidende Bewährungsauflage lautet: Mehr Sportler und mehr Mannschaften müssen die Anlage nutzen. Ende dieses Jahres steht eine erneute Prüfung der Sachlage an. Aktuell trainieren zwei Seniorenteams, eine Alt-Herrenmannschaft und drei Altersgruppen in der Jugend an der Marienstraße.

Eigeninitiative ist gefragt

Das Ehepaar Dieckmann und ihre Mitstreiter brachten die Hoffnung, dass es auch in Zukunft einen Sportplatz in Feldhausen geben wird. Dies geschah zunächst über den Seniorenvorstand. „Das war für den natürlich eine doppelte Belastung“, erklären Sonja und Heiner Dieckmann. Im vergangenen Oktober wählte der TSV den Jugendvorstand. „Es ist eine Mischung aus Erfahrung und Wagemut“, erklärt der stellvertretende Jugendleiter Alfred Witte.

Es gibt viele Baustellen, nicht nur die sprichwörtlichen wie der Aufbau des Sponsorings oder die Ausbildung von Schiedsrichtern, sondern auch die tatsächlichen vor Ort. Auch hier ist vor allem Eigeninitiative gefragt. So stemmte der Verein die Sanierung der Sanitäranlagen selbst, das Material stellte die Stadt zur Verfügung. So legten die U15-Juniorinnen die neue Sprunggrube an – für das Torwarttraining.

Was in Vereinen immer noch nicht selbstverständlich ist, das bieten die Feldhausener nun ihrem Nachwuchs. Heinz Maibach schloss sich dem TSV jüngst als Torwarttrainer an. „Heinz ist einer der größten Glücksgriffe für uns“, freuen sich die TSV-Verantwortlichen. Mit dem Aufbau der Jugend aber soll nicht nur den Erhalt der Sportanlage ermöglicht, sondern auch die Zukunft des Ligafußballs gesichert werden.“ Der Feldhausener Nachwuchs verteilte vor einigen Wochen etwa 2000 Flyer, um für den Verein zu werben.