VfL plant die Zukunft ohne Tesch

Foto: Biene Hagel

Der VfL Gladbeck und Torwart Andreas Tesch gehen nach der laufenden Meisterschaftsrunde in der Dritten Handball-Liga West wieder getrennte Wege. Die Initiative ging dabei vom Verein aus, der mit einem neuen Schlussmann in die Saison 2015/2016 gehen möchte.

„Wir haben uns entschieden, im Torwart-Bereich etwas Neues zu probieren“, erklärte Siegbert Busch. Der Vorsitzende des VfL Gladbeck führte jetzt in der Riesener-Halle mit Andreas Tesch ein längeres Gespräch über die Zukunfts- und Personalplanungen der Rot-Weißen.

Angebote anderer Klubs

Einen Nachfolger für den in Bottrop lebenden Keeper scheint der Klub offenbar bereits gefunden zu haben. „Wir haben“, so Busch zur WAZ, „bereits gute Gespräche mit einem Torwart geführt.“ Den Namen des Schlussmannes will der VfL-Chef aber noch nicht verraten. Busch: „Nur so viel möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Es handelt sich um einen talentierten jungen Mann.“

Für welchen Verein Andreas Tesch, dessen Karriere einst in Essen bei der DJK Winfried Huttrop begann, in Zukunft spielen wird, steht noch nicht fest. Dem Vernehmen nach sollen dem Torwart einige Angebote anderer Klubs aus der Region vorliegen.

Aufstieg in die Dritte Liga

Vor knapp zweieinhalb Jahren war Andreas Tesch zum VfL zurückgekehrt. Er bildete mit Tim Deffte das Gespann, das mitverantwortlich dafür war, dass die Gladbecker in der Saison 2011/2012 unter der Regie von Trainer Holger Krimphove souverän Meister der Oberliga Westfalen wurden und den Aufstieg in die Dritte Liga West feierten.

An der Schützenstraße hatte Andreas Tesch bereits als A-Jugendlicher zwischen den Pfosten gestanden. Zu Zeiten, als der älteste Nachwuchs der Gladbecker in der damaligen Regionalliga West um Punkte kämpfte, war der Torwart - zusammen mit seinem Zwillingsbruder, dem Kreisläufer Alexander - von Tusem Essen nach Gladbeck gewechselt. Später schaffte der mitunter etwas eigenwillige Keeper auf Anhieb den Sprung in die erste Mannschaft des VfL, die seinerzeit in der Regionalliga West spielte und die von Siegbert Busch trainiert wurde.

Nach der Saison 2007/2008 verabschiedete sich Andreas Tesch von der Schützenstraße und heuerte beim Ligakonkurrenten VfL Eintracht Hagen an. 2010/2011 wechselte er zum Westfalen-Oberligisten Soester TV, nach nur einer Meisterschaftsrunde in Soest kehrte er zum VfL Gladbeck zurück. „Das Paket hat gestimmt“, begründete Andreas Tesch seinerzeit gegenüber der WAZ, warum er wieder in der Riesener-Halle Handball spielen wollte. Zu dem Paket gehörte auch sein Zwillingsbruder Alexander - und natürlich die Tatsache, dass die Gladbecker Oberliga-Mannschaft überaus stark besetzt war.

Tim Deffte hängt ein Jährchen dran

Während Tesch in der neuen Saison also nicht mehr für den VfL das Tor hüten wird, wird die langjährige Nummer eins, Tim Deffte, noch ein Jährchen dranhängen. Stellt sich noch eine ganz wichtige Frage: Wird Tesch nun bis zum Ende der Saison die Flügel hängen lassen? Für den VfL um Trainer Sven Deffte, der bekanntlich in der Dritten Liga West um den Klassenerhalt kämpft, wäre ein lustloser Schlussmann natürlich fatal. Doch eigentlich dürfte in dieser Hinsicht gar keine Gefahr bestehen, weil der Mann mit der Nummer 88 auf dem Trikot als sehr ehrgeizig gilt und nicht gerne verliert.