TV Gladbeck - Nürnberger unterbietet Norm für die U20-EM

Einfach nur happy war  Laura Nürnberger vom TV Gladbeck. Die Lokalmatadorin knackte bei der zwölften Auflage des Borsig-Meetings im Wittringer Stadion über 400m Hürden die Norm für die U20-EM in Schweden.
Einfach nur happy war Laura Nürnberger vom TV Gladbeck. Die Lokalmatadorin knackte bei der zwölften Auflage des Borsig-Meetings im Wittringer Stadion über 400m Hürden die Norm für die U20-EM in Schweden.
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Was wir bereits wissen
Heimspiel genutzt: Laura Nürnberger vom TV Gladbeck knackte beim Borsig-Meeting über 400m Hürden die Norm für die U20-EM in Schweden.

Gladbeck..  Als die kleine mobile Anzeigetafel im Wittringer Stadion die Zeit von 59,28 Sekunden anzeigte, sprintete Heiner Preute los. Ein paar Augenblicke später herzte der Abteilungsleiter und Trainer des TV Gladbeck seine Athletin Laura Nürnberger. Die hatte nämlich gerade über 400m Hürden mit ihrer Zeit, die später auf 59,29 Sekunden korrigiert wurde, die Norm für die U20-Europameisterschaft im schwedischen Eskilstuna geknackt und aus Sicht des Gastgebers für den Höhepunkt des zwölften Borsig-Meetings gesorgt.

„Mein Saisonziel habe ich bereits erreicht“, sagte nach der Siegerehrung Laura Nürnberger. Sie war natürlich happy. Wie fühlt es sich an, die Norm geknackt zu haben? „Gut“, antwortete sie sogleich. Und selbstkritisch fügte Laura Nürnberger an: „Dabei war das Rennen nicht optimal. Ich war am Anfang immer zu nah dran an den Hürden.“ Als sie auf die Zielgerade kam und auf der Anzeigetafel die Zwischenzeit sah, legte sie noch einen Gang zu. Mit Erfolg – hinter Laura Gläsener vom SV Germania Helmstedt (58,48 Sek.) sicherte sich Laura Nürnberger Platz zwei. Wichtiger noch war aber ihre Zeit: In 59,29 Sek. hatte sie die vom Deutschen Leichtathletik-Verband für die Teilnahme an der U20-Europameisterschaft geforderten 59,75 Sekunden klar unterboten.

Mit dem erklärten Ziel, dies zu schaffen, ist Laura Nürnberger im vergangenen Herbst von Union Lüdinghausen zum TVG gewechselt. Der besseren sportlichen Perspektiven wegen. Nürnberger: „Ich kann in Gladbeck jeden Tag mit Heiner Preute, der ja auch mein Bundestrainer ist, trainieren. Die Trainingsgruppe ist sehr gut, es herrscht eine klasse Atmosphäre und das Stadion ist super.“

Dass sie erst jetzt im blauen Trikot des TV Gladbeck in Erscheinung trat und nicht schon in der Hallensaison hat einen einfachen Grund. Laura Nürnberger hatte gesundheitliche Probleme. Knie und Patellasehne ließen Starts im Winter nicht zu. Die Neu-Gladbeckerin musste sich in Geduld üben – und meldete sich bei den offenen Kreismeisterschaften in Rheine mit einer Zeit von 60,62 Sekunden zurück. Bei ihrem Heimspiel am Pfingstsamstag konnte sie sich steigern. Nun geht’s am nächsten Wochenende in Jena weiter.

Obwohl Laura Nürnberger die Norm für die U20-EM geknackt hat, hat sie die Fahrkarte nach Schweden jedoch noch längst nicht sicher. Es folgen nämlich weitere Qualifikationsrennen und schließlich auch die U20-Gala des DLV in Mannheim. Erst danach wird das Team Deutschland für die kontinentalen Meisterschaften, die vom 16. bis zum 19. Juli ausgetragen werden, nominiert. Fakt ist: Drei deutsche 400m-Hürdenläuferinnen dürfen nach Eskilstuna reisen. „Die Konkurrenz ist groß“, sagt Heiner Preute, Laura Nürnbergers Heim- und Bundestrainer. „Jetzt hat Laura erst einmal vorgelegt.“

Gespannt darf man auch sein, wie sich Laura Nürnberger bei den Deutschen U20-Meisterschaften in Jena schlagen wird. In den vergangenen beiden Jahren sicherte sie sich bei nationalen Titelkämpfen jeweils Edelmetall. 2014 holte sie bei den U20-Meisterschaften die Silbermedaille, ein Jahr zuvor, in der Altersklasse U18, sogar Gold.

Neben Laura Nürnberger machte beim 12. Borsig-Meeting eine weitere junge 400m-Hürdenläuferin des TV Gladbeck aus der Trainingsgruppe von Heiner Preute nachhaltig auf sich aufmerksam: Die erst 15-jährige Neele Schuten lief ein überaus couragiertes Rennen und wurde in ihrem Lauf in 61,81 Sek. Zweite. Schuten lief Bestzeit und knackte erneut die Norm für die Deutsche U18-Meisterschaft.