SV Zweckel muss nachsitzen
02.09.2010 | 18:54 Uhr 2010-09-02T18:54:00+0200
Gladbeck.Erst nach 120 Minuten hatte die Kreispokalpartie zwischen dem SV Zweckel und VfB Kirchhellen ihren Sieger gefunden. Das Weiterkommen war eine Geduldsprobe für den Gladbecker Landesligisten.
Am Ende hieß es 2:0 nach Verlängerung für den SVZ, der damit in die dritte Runde einzog..
SVZ-Keeper Artur Drzisga, der auf dem Platz in der Regel etwas weiter abseits des Geschehens weilt, wird wahrscheinlich eher gehört als gesehen haben, dass der Kollege Michael Zoladz soeben mit Beginn der Verlängerung zur Zweckeler Führung eingeköpft hatte. Denn es wurde bereits dunkel, als die Teams an der Loewenfeldstraße in Kirchhellen zum zweiten Mal die Seiten wechselten. Ohne ausreichende Beleuchtung erkannte Trainer Günter Appelt noch, wo sich seine Spieler auf dem Rasen befanden: „Aber ob wir in der Verlängerung gut gespielt haben, kann ich nicht sagen. Ich hab’s nicht mehr gesehen.“
Dass es überhaupt soweit kommen musste, ist erneut der Zweckeler Abschlussschwäche zuzuschreiben, die Appelt in jüngster Vergangenheit des Öfteren Sorgenfalten auf die Stirn gelegt haben dürfte. „Wenn wir nach einer Stunde in Führung gehen, hätten wir mit Sicherheit nachgelegt. Leider haben wir wieder einiges liegen lassen“, merkte der Übungsleiter der Schwarz-Grünen nach Spielende an.
Es bleibt zu hoffen, seine Mannen dies nicht zur Gewohnheit werden lassen. Zahlreiche Großchancen sprechen aber auch dafür, dass Zweckel über den gesamten Spielverlauf die tonangebende Elf war. Spielerisch und läuferisch auf Dauer unterlegen, dafür umso leidenschaftlicher kämpfend, tauchte der Gastgeber nur zweimal gefährlich vor Drzisgas Kasten auf. Die größte Chance für den VfB, ein Kopfball von Stefan Kahnert, konnte der Zweckeler Schlussmann in der 20. Spielminute vereiteln.
Auf der Gegenseite machte der SV Zweckel von Beginn an Druck und erspielte sich gegen tiefstehende Hausherren eine Möglichkeit nach der anderen. Mike Möllensiep, Michael Krakala und Laurits Leifgen scheiterten aber in wechselnder Folge am gegnerischen Keeper, am Aluminium und an den eigenen Nerven. So ging es ohne Tore zum Pausentee. Auch in Durchgang zwei bot sich den Zuschauern ein gewohntes Bild. Der Landesligist drückte, die klassentieferen „Underdogs“ aus Bottrop verteidigten nach Kräften. Mit dem Glück des Tüchtigen aus Sicht des Gastgebers blieb die Partie bis Ablauf der regulären Spielzeit torlos.
Nach Ende der regulären Spielzeit blieb es also torlos, es ging in die Verlängerung. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff erlöste der zur zweiten Hälfte ins Spiel gekommene Michael Zoladz den Zweckeler Anhang und besorgte per Kopf den 1:0-Führungstreffer. Weitere sieben Minuten später fiel schließlich die Entscheidung: Der Ex-Kirchhellener Jonas Schmidt setzte sich über die linke Außenbahn an der Grundlinie durch und bediente Laurits Leifgen, der nur noch zum 2:0-Endstand einschieben musste (99). Coach Appelt resümierte: „Wir haben hinten sicher gestanden und wenig zugelassen. Vorne geben wir in jedem Spiel unentwegt Gas. Darauf zielt mein Spielsystem. Wir wollen dem Publikum attraktiven Fußball bieten.“ Sofern das Publikum den auch sehen kann.
VfB Kirchhellen: Bogdahn, Averesch (46. Katriniok), Zeidler (60. Ulbrich), Schlak, Rarek 46. Bork), Er, Verstegge, Kuhnert, Tancyus, Kahnert, Igelbüscher.
SV Zweckel: Drzisga, Koch (71. Schmidt), Kaminski, Kaup, Ogaza, Trampe (46. Zoladz), Poloczek, Leifgen, Borzek, Krakala, Möllensiep
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