Sportkegler gewinnen den Landes-Titel

Ingo Barnitzke vom Verein Reha- und Behindertensport Gladbeck (RBS) sprach von einer „Riesenüberraschung“, von einem „phänomenalen Ende“ und von einer „super Leistung“. Wen hatte er dabei im Blick? Die erste Mannschaft der Sportkegler. Die nämlich sicherte sich jetzt völlig unerwartet in der Landesliga den Titel.

Königshardt unterläuft ein Fehler

„Die Landesliga“, erläutert Barnitzke, der von den Lesern der WAZ im vergangenen Jahr zum Gladbecker Sport-Mitarbeiter des Jahres gewählt worden ist, „ist die höchste Spielklasse der allgemein körperbehinderten Kegler in Nordrhein-Westfalen.“ Durch den Titelgewinn qualifizierte sich RBS Gladbeck für die Deutschen Meisterschaften, die Anfang Juli in Gütersloh ausgetragen werden.

Eine große Portion Können, so Barnitzke, habe zu dem Titelgewinn geführt. „Und ein wenig Glück war auch dabei“, sagt der Abteilungsleiter des Klubs RBS. Damit meinte Barnitzke vor allem den fünften Spieltag, an dem auf den Bahnen der Artur-Schirrmacher-Halle an der Konrad-Adenauer-Allee dem Meisterschafts-Favoriten aus Königshardt ein Fehler unterlief. Einem Aktiven des Teams wurden daraufhin seine Hölzer aberkannt. Damit war der Weg frei für RBS. Die Gladbecker brauchten beim Saisonfinale in Würselen nur noch schadensgerecht antreten, um den Titel zu gewinnen. Davor hatte die Mannschaft stets überzeugend gespielt. In Herford war der spätere Landesmeister Zweiter geworden, in Ahaus Erster, in Gladbeck erneut Erster und in Königshardt Zweiter. Es folgte besagter Spieltag in Gladbeck und schließlich der abschließende in Würselen, wo RBS schließlich den vierten Platz belegte.

„Wir haben uns natürlich sehr gefreut über den Titel“, so Barnitzke. „Aber weil die Zweitmannschaft abgestiegen ist, war ein kleiner Wermutstropfen dabei.“ RBS Gladbeck 2, in der Saison davor in die höchste Klasse aufgestiegen, konnte nicht mithalten, weil in Marian Schwarz, Erich Czichy, Manfred Klammer und Barnitzke selbst Akteure immer wieder an die Erstvertretung abgegeben werden mussten. Barnitzke: „Die erste Mannschaft hat Vorrang. Es geht nicht nur um Abstieg und Platzierungen, nein, es geht auch darum, schadensgerecht anzutreten. Bei Nichteinhaltung droht ein Null-Punkte-Spiel.“

Elf Mannschaften starten bei der DM

Bei den Deutschen Meisterschaften vertreten die Gladbecker nun zusammen mit Königshardt und Würselen die nordrhein-westfälischen Farben. „Wir werden versuchen, in dem Feld von insgesamt elf Mannschaften ein gutes Ergebnis zu erzielen“, verspricht Barnitzke. In Einzel-Wettbewerben gehen zudem Markus Heimann und Manfred Klammer, die jeweils Landesmeister wurden, sowie Bernhard Spengler und Marian Schwarz an den Start. „Diese vier Kegler“, mutmaßt Barnitzke, der als Dritter seiner Klasse die DM-Qualifikation knapp verpasste, „werden auch bei der DM um vordere Plätze mitkegeln können.“

In Zukunft werden viele Aktive übrigens für den KSV an den Start gehen. Der KSV kann nämlich nach einem gestellten Antrag die körperbehinderten Kegler aufnehmen. Diese können an den Ligenspielen, allerdings in der untersten Klasse, der Bezirksliga, und Meisterschaften teilnehmen.