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Solange die Knochen halten

27.06.2012 | 18:00 Uhr
Solange die Knochen halten
Wacker-Keeper Markus Weiß blickt seiner eigenen und der Zukunft von Wacker Gladbeck positiv entgegen. Foto: Heinrich Jung WAZ FotoPool

Gladbeck.   Mit seinen 36 Jahren gehört Markus Weiß noch lange nicht zum alten Eisen. Im Interview spricht der Schlussmann von Wacker Gladbeck über seinen Legenden-Status, seine persönliche Zukunft und darüber wann es Zeit wird, die Fußballstiefel an den Nagel zu hängen.

Kaum ein Gladbecker Torwart fliegt länger durch den Strafraum als Markus Weiß. Im Interview mit WAZ-Mitarbeiter Steffen Bender spricht der 36-jährige Butendorfer über seine Position, ein ganz besonderes Spiel und die nächste Saison.

Herr Weiß, in der Gladbecker Fußballszene gelten Sie als Legende. Wie beurteilen Sie selbst solche Aussagen?

Was soll ich dazu sagen? Ich lebe damit. Der Name ist irgendwann so entstanden, meine Kollegen haben ihn mir wohl mal verpasst. Ich nehme das gerne mit. Vielleicht ist da ja auch ein bisschen Wahrheit dran. Schließlich muss man sich so etwas auch immer erarbeiten.

Man sagt immer, dass Torhüter ein wenig bekloppt sind. Stimmt das?

Das stimmt schon. Man muss positiv bekloppt und verrückt sein. Als Torwart gehört man zur Mannschaft, spielt aber auch ein bisschen für sich selbst. Wenn ich einen Fehler mache, ist der Ball drin. Bei einem Abwehrfehler ist halt immer noch wer da. Bei mir ist das nicht so. Auf dem Platz würde ich deshalb schon sagen, dass ich da ein anderer Mensch bin.

Mit Ihren Fähigkeiten hätten Sie durchaus höher spielen können...

Auch das stimmt. In der Bezirksliga habe ich ja auch gespielt. Aber ich habe immer mein Wort gehalten. Oftmals kamen Anrufe von Vereinen, die höher gespielt haben, allerdings hatte ich da schon bei anderen Vereinen zugesagt. Einige Chancen habe ich so vielleicht verpasst.

Gibt es in all den Jahren ein Spiel, an das Sie sich besonders erinnern?

Da gibt es einige, aber ein Highlight war das Pokalspiel mit Rentfort damals gegen die Schalker Amateure. Das war um 95/96 rum, in meinem ersten Seniorenjahr. Wir verloren mit 2:3, obwohl wir 1:0 geführt haben. Damals spielten übrigens Mathias Schober und Miguel Pereira bei den Blauen mit.

Sie spielen nun seit 2 ½ Jahren wieder bei Wacker Gladbeck. Was ist das Besondere am Butendorfer Verein?

2004 war ich schon einmal bei Wacker Gladbeck. Ich habe mich eigentlich bei allen Vereinen wohlgefühlt, aber hier bei Wacker passt einfach alles: die Leute, der Vorstand, das Miteinander.

Die Erstvertretung erlebte eine recht chaotische Saison. Sie spielten anfangs für die zweite, später für die erste Mannschaft. Wie blicken Sie auf die abgelaufene Spielzeit zurück?

Für uns in der zweiten Mannschaft ging es perfekt los. Wir holten den Stadtmeistertitel und spielten auch so eine gute Saison. Nach dem Winter gab es natürlich ein paar vereinsinterne Rückschläge. Ich möchte dazu eigentlich gar nicht viel sagen. Wichtig ist, dass die erste Mannschaft am Ende die Klasse halten konnte. Jetzt sollten wir das Ganze auch abhaken.

In welcher Mannschaft wird man Sie in der kommenden Saison sehen?

Das ist eine gute Frage. Da ich auch Nachwuchs erwarte, muss ich ohnehin mal schauen, wie alles wird. Dann gibt es wohl auch wichtigere Sachen als Fußball (lacht). Eigentlich ist es schon mein Anspruch, in einer Erstmannschaft zu spielen, aber es kann viel passieren.

Wie lange werden Sie noch das Tor hüten?

Ich möchte noch so lange wie möglich erfolgreich spielen. Aber ich plane nur noch von Saison zu Saison und schaue, wie es mit meiner Luft und auch mit meinen Knochen aussieht. Ich stelle auch Ansprüche an mich selbst: Wenn ich sehe, dass es irgendwann nicht mehr gut, sondern nur noch peinlich wird, höre ich auf.

Sollten Sie für die erste Mannschaft auflaufen, wären Michael Kawohl und Carlos Gomes ihre Trainer. Wie ist Ihr Verhältnis zu den beiden?

Sie sind wirklich tolle Typen, über die man nur positiv reden kann. Michael und Carlos haben immer ein offenes Ohr für Probleme ihrer Spieler und schaffen es, die Jungs zu motivieren. Mit diesen beiden an der Linie schaue ich optimistisch in die nähere und fernere Zukunft.

Steffen Bender



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