SG Preußen steht sich selbst im Weg

25 Mal durften der Aufsteiger SG Preußen über eigene Treffer jubeln. Kevin Klein (Nr. 9) zeigte sich mit elf Treffern besonders erfolgreich.
25 Mal durften der Aufsteiger SG Preußen über eigene Treffer jubeln. Kevin Klein (Nr. 9) zeigte sich mit elf Treffern besonders erfolgreich.
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Was wir bereits wissen
In einer ohnehin schwierigen Bezirksligasaison legt sich der Aufsteiger aus Gladbeck selbst noch Steine in den Weg. Es hätte alles einfacher sein können.

Gladbeck..  Zweifelsfrei: Die Preußen waren nach Ablauf der vergangen Kreisliga-A-Saison ein souveräner Meister, der den Aufstieg verdient hatte. Doch die schon damals geäußerten Zweifel an der Bezirksliga-Qualität konnte die Mannschaft, die mittlerweile von André Marcussen trainiert wird, bis heute nicht entkräften. Ganz im Gegenteil: Durch schaurige Auftritte gegen die zwei Teams aus Epe oder den TuS Haltern II darf an dieser Stelle nicht nur die Qualitäts-, sondern auch die Charakterfrage gestellt werden.

Gleich von Beginn an stand die Serie der Preußen unter keinem guten Stern. Nach drei Spieltagen strich der neue Coach Juan Perez, der vom Kreisliga-Absteiger Adler Ellinghorst an die Konrad-Adenauer-Allee wechselte, die Segel. Kurze Zeit später kam André Marcussen. Ein Kenner seines Fachs aus Gelsenkirchen. Ihn hatte wohl keiner auf der Rechnung, doch obwohl der Sachverstand des Coaches mit der C-Lizenz in Gladbeck überragt, darf offen gesagt werden: Aus einem Ackergaul macht man eben kein Rennpferd.

Starke Leistung gegen TuS Gahlen

Elf Zähler gingen bisher auf das Konto der Preußen, allesamt eingefahren auf heimischen Terrain. Eine Auswärtsschwäche in der Bezirksliga? Eher eine mentale Schwäche. In der Fremde läuft es vor allem deswegen nicht, da nach einem Rückstand die Köpfe hängen. Anders sind Ergebnisse, ein 3:6; 1:5; 0:7, nicht zu erklären. Positiv ist nur ein Auftritt der Marcussen-Elf in Erinnerung geblieben. Der 3:2-Sieg über den TuS Gahlen war nicht nur ein furioses Spiel, André Becker und Co. zeigten endlich auch einmal, was sie wirklich drauf haben. Spätestens jetzt wurde deutlich, die Preußen können in dieser Liga bestehen. Doch warum zeigen sie es so selten? Oder wollen sie etwa gar nicht?

Fragen über Fragen, die spätestens nach Ablauf der Saison beantwortet werden können. Die Fehleranalyse der bisherigen 16 Partien fällt indes so einfach wie ernüchternd aus: Die Abwehr ist zu langsam, die 58 kassierten Gegentore bedeuteten, dass Torhüter Lukas Hellermann pro Partie fast vier Mal hinter sich greifen musste. Die Abwehr wäre in ihrer jetzigen Verfassung wohl nicht einmal Kreisliga-tauglich: Zu viele Fehler im Spielaufbau, mit der Viererkette überfordert und vor allem im Zweikampf haben die Gladbecker fast permanent das Nachsehen.

Wie also ein Spiel gewinnen? Die 25 erzielten Treffer von Kevin Klein, Dennis Wagner und Co. lassen hoffen. Die zwei erstgenannten sind Spieler von Bezirksliga-Format. Auch wenn man das sicherlich nicht gern hören wird am Jahnplatz. Ein weiterer Pluspunkt ist Trainer André Marcussen: Er hat ein klares taktisches Konzept und - das ist auf diesem Niveau ein hohes und seltenes Gut - er weiß die Situation meist richtig zu analysieren und zu bewerten. Bekommt er die Defensive in den Griff, ist auch der Klassenerhalt für Preußen Gladbeck möglich.