Schlitzohr und Spaßvogel

Manfred Reichert gehörte ohne jeden Zweifel zu den schlitzohrigen Schlussmännern. Wie der legendäre Sepp Maier vom FC Bayern München oder dessen Mönchengladbacher Kollege Wolfgang Kleff war auch der Braucker ein richtiger Typ, einer, der immer wieder mit ungewöhnlichen, spaßigen Aktionen auf sich aufmerksam machte.

Besonders gerne erinnert sich Manfred Reichert an ein Spiel der Sportfreunde gegen 48/99 Duisburg, als er einen Angreifer des Gegners verbal überlistete. „Unsere Abwehr“, erzählt der ehemalige Klasse-Keeper, „hatte sich einen bösen Schnitzer erlaubt. Ein Duisburger lief allein auf mich zu. Zum Glück blieb er dann aber plötzlich stehen.“ Daran war, wie Reichert sogleich aufklärt, er selbst nicht ganz unschuldig - um es einmal freundlich auszudrücken. Was in diesem Augenblick passiert war? „Nun“, so die Nummer eins der Sportfreunde, „ich hab ihm zugerufen, dass der Schiri gepfiffen hat.“ Der bedauernswerte Angreifer der Duisburger hatte es Manfred Reichert geglaubt. Chance vertan.

Jeder Schuss ein Treffer

Auf eine andere Partie wird Reichert hin und wieder immer noch von älteren Anhängern der Sportfreunde angesprochen. Frei nach dem Motto: „Manni, weißt Du noch, das Spiel gegen Lintfort?“ Und wie könnte der einstige Torwart diese Begegnung vergessen? Gerade einmal vier Schüsse kamen in den 90 Minuten auf das Gehäuse der Kleeblätter. Und doch musste Manfred Reichert vier Treffer hinnehmen. Der entgegnet den Fans - ganz Schlitzohr - lächelnd: „Für mich waren die alle unhaltbar.“