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Purer Fußball-Wahnsinn

09.03.2008 | 21:39 Uhr

Germania liegt gegen den SV Schermbeck schon mit 0:3 zurück. Die Gladbecker drehen die Partie und gehen ihrerseits mit 5:3 in Führung. Aber den Gästen glückt in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 5:5

FUSSBALL OBERLIGAGermania Gladbeck SV Schermbeck 5:5 Halbzeit: 0:3.

Tore: 0:1, 0:2 (29., 35.) Bendig, 0:3 (43.) Hackenfort, 1:3 (56.) Mutluer, 2:3, 3:3 (63., 67.) Zeynullahu, 4:3 (70.) Ersoy, 5:3 (77.) Siebert, 5:4 (85., Foulelfmeter) Konowski, 5:5 (90. + 2) Zepanski.

Germania Gladbeck: Öztürk - Gökyesil (46. Firat), Turhal, Djuliman - O. Alakazli, Özkaya, Mutluer, Aydin, Sicenica (59. Ersoy) - Rommel (46. Zeynullahu), Siebert.

SV Schermbeck: Schröder - Herzog (66. Basol), Hahn, Zepanski, Konowski - Köse, Nawatzki, Nachtwey (82. Janßen), Milaszewski (82. Woberschal) - Hackenfort, Bendig.

Zuschauer: 300.

Schiedsrichter: Dräger (Bielefeld) Bes. Vorkommnisse: Köse (Schermbeck) verschießt Handelfmeter (74.), Özkaya (Gladbeck) sieht Gelb-Rot (wiederholtes Foulspiel).

Einen wahren Fußballkrimi boten die Germania und der SV Schermbeck den Zuschauern im Wittringer Stadion. Bis zur 93. Minute gab's knisternde Hochspannung. Für die wenigen Besucher war es ein überaus unterhaltsamer Kick, für die Trainer indes ein grausamer, weil sich beide Teams in der Defensive jede Menge haarsträubender Fehler erlauben.

Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst nach dem Schermbecker Ausgleich zum 5:5 in der 92. Minute hätte die Germania fast noch den Siegtreffer erzielt. Cetin Aydin vergab jedoch vor Gästekeeper Stefan Schröder. Damit hatte der Wahnsinn dann ein Ende.

"Das ist heftig", kommentierte Nedim Djuliman nach dem unglaublichen Oberliga-Derby. "So etwas", sagte der Gladbecker Verteidiger, "habe ich noch nicht erlebt." Damit stand er nicht alleine. Denn es war nicht nur der höchst ungewöhnliche Spielverlauf bzw. die Torfolge, die diese Partie zu einer ungewöhnlichen werden ließen. Die Gäste leisteten sich nämlich auch noch den Luxus von zwei verschossenen Elfmetern. Den zweiten durften sie allerdings wiederholen, Christof Konowski übernahm die Verantwortung - und traf fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 4:5.

Warum Schiedsrichter Philipp Dräger (Bielefeld) den Strafstoß erneut ausführen ließ, nachdem Pierre Bendig beim ersten Versuch das Ziel verfehlt hatte, vermochte auf Seiten der Germania niemand zu sagen. "Keine Ahnung", antwortete Nedim Djuliman auf die entsprechende Frage.

Diese Entscheidung war beileibe nicht die einzige unglückliche des Unparteiischen. Aber die Gladbecker mussten sich auch an die eigene Nase fassen. Zum wiederholten Male boten sie in der ersten Halbzeit eine ganz schwache Leistung und luden die Schermbecker förmlich zum Toreschießen ein.

Zur Pause wechselte Germania-Trainer Milan Lazic Hakan Firat und Fisnik Zeynullahu ein, knapp eine Viertelstunde später auch noch Seyit Ersoy. Plötzlich begannen sich die Platzherren gegen die eigentlich schon feststehende Niederlage zu stemmen. Mit Erfolg. Und auf einmal hatte Gladbeck auch das Glück auf seiner Seite, beispielsweise bei Sascha Sieberts Freistoß, der das 5:3 bedeutete. Der Ex-Sodinger rutschte beim Schuss aus, der Ball sprang an den Innenpfosten und von da aus ins Tor.

Am Ende stand Fortuna aber wieder mit Schermbeck im Bunde. 5:5, ein Wahnsinn!

Von Thomas Dieckhoff

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