Potrebitsch: Gesundheit geht vor

Noch keinen Wettkampf bestritt Georg Potrebitsch, Triathlon-Profi und Mitglied im SV 13, in der neuen Saison. Der 31-jährige Gladbecker blickt nämlich infolge einer langen Erkältungsphase auf eine bescheidene Saisonvorbereitung zurück. Nun lautet sein Motto Neuaufbau. „Verlorene Trainingswochen“, sagt Potrebitsch, „kann man nicht aufholen.“

Deutscher Meister 2011

Diese Erfahrung machte der hochdekorierte Triathlet, der unter anderem 2011 Deutscher Meister auf der Triathlon-Langdistanz wurde und beim Ironman auf Hawaii startete, im vergangenen Jahr, als er ähnliches Pech hatte und schließlich mit dem Kopf durch die Wand wollte. Was nicht funktionierte: Nach zu kurzen Regenerationsphasen und guten Trainingsergebnissen musste Potrebitsch einige Rennen abbrechen.

„Ich habe dazugelernt“, sagt der Gladbecker heute. Und weiter: „Gesundheit geht jetzt einfach vor. Ich möchte den Sport ja noch einige Jahre erfolgreich betreiben. Und richtig gesundheitsförderlich ist ja so eine Langdistanz nun nicht.“ Da müsse man topfit an den Start gehen, betont Potrebitsch.

Zu rechnen ist mit dem 13-er wohl erst wieder am 14. September im niederländischen Almere, wo er eine Langdistanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,2 km Laufen) bestreiten möchte. „Der Wettkampf in Almere ist für mich, was Wimbledon im Tennis ist.Es ist das zweitälteste Rennen im Triathlon. Darauf freue ich mich auch und es brennt in mir.“

Stellt sich die Frage, was der 1,94m lange Profitriathlet Georg Potrebitsch, der in der Szene und von seinen Freunden „Little Georg“ gerufen wird, momentan eigentlich so macht? Seine Antwort fällt zunächst einmal kurz und knapp aus: „Grundlagentraining und neue Sachen ausprobieren.“

Als Berater unterwegs

Zu letzterem zählt seine Unternehmung „kann-sport“. Was verbirgt sich dahinter? „Ich werde ja häufig angesprochen, ob ich Tipps fürs Training oder für das Material habe. Da kam ich auf die Idee, dies professioneller auf die Beine zu stellen, also Geld dafür zu nehmen, damit ich die Reiserei und die Trainingslager weiter bezahlen kann.“ Zudem ist Georg Potrebitsch als Berater unterwegs.

Vor allem das Thema Gesundheit hat es dem Dreikämpfer dabei angetan. „Wenn ich durch Wittringen laufe oder fahre, sehe ich viele, die falsch auf dem Rad sitzen. Meist deshalb, weil das Rad nicht richtig eingestellt ist.“ Manchmal, berichtet der 31-Jährige, wolle er anhalten und einen Inbusschlüssel herausholen.

Nackenschmerzen

Was er inzwischen gewissermaßen auch tut. Einige Räder hat Georg Potrebitsch bereits eingestellt - Räder von Sportlern, die bislang dachten, Nacken- oder Knieschmerzen gehörten zum Radfahren nun einmal dazu. Potrebitsch: „Bei Knieschmerzen ist häufig der Sattel zu niedrig und bei den Nacken-/Rückenbeeinträchtigungen sind es häufig die Hüft- und Armwinkel. Kann man aber größtenteils einstellen.“ Braucht man möglicherweise ein neues Rad? „Manchmal schon. Dann war die Kaufberatung nicht gut oder man hat das Rad nur nach der Farbe gekauft.“ Dringend ihr Rad einstellen lassen sollten Frauen und Männer mit Gelenkschmerzen, Taubheitsgefühlen in den Füßen oder Ellenbogen und Schulterschmerzen.

„Es ist schon mein Ziel“, betont Potrebitsch, „dass sich der Normalbürger auf seinem Rad wohlfühlt und die Gegend mit dem Rad auf lange Dauer verletzungs- und verschleißfrei genießen kann.“