Nur eine Hundertstel zu langsam
20.12.2007 | 17:36 Uhr 2007-12-20T17:36:25+0100B-Schülerin Annika Drazek vom TV Gladbeck verfehlt in der Halle des Olympiastützpunktes in Wattenscheid über 60 m die A-Jugend-Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften denkbar knapp
LEICHTATHLETIK ADVENTS-CUPDie B-Schülerin Annika Drazek und die A-Schülerin Julia Dieckmann, Nachwuchsleichtathletinnen des TV Gladbeck, ragten beim Advents-Cup in Wattenscheid mit guten Leistungen hervor. Dennoch mussten sich die A- bis D-Schüler aus Gladbeck der gastgebenden Mannschaft des TV Wattenscheid mit 302:364-Punkten geschlagen geben.
"Bei den A- und B-Schülern waren wir zu schwach", bilanzierte TV-Trainer Heiner Preute. Matthias Bos, Trainer der B-Schülerklasse, war zufrieden: "Bei den B-Schülern hatten wir gegen die Wattenscheider zwar keine Schnitte. Aber alle lagen im Bestleistungsbereich."
Dafür überzeugten die B-Schülerinnen, und das lag vor allem an einer talentierten Nachwuchsathletin: Annika Drazek. Während viele A-Jugendliche kämpfen müssen, um überhaupt eine Qualifikation für die Deutschen Jugendhallenmeisterschaften zu erzielen, ist Annika Drazek als B-Schülerin nur eine Hundertstel entfernt: 7,95 Sekunden müssen die bis zu 19-jährigen Sprinterinnen über 60 Meter laufen, um bei den nationalen Titelkämpfe starten zu dürfen. Drazek, die im nächsten Jahr gerade 13 Jahre alt werden wird, lief nun aus dem vollen Training 7,96 Sekunden. Sechs Zehntel lag sie damit vor Zugang Svenja Specowius, die im Sommer von Schalke 04 zu den Blauhemden stieß.
Über 60 m Hürden ergab sich ein ähnliches Bild, fast eine halbe Sekunde lag Drazek vor der Konkurrenz. Im Hochsprung erzielte sie mit 1,55 Metern Bestleistung, im Weitsprung kam sie auf 5,20 Meter, fast 80 Zentimeter legte sie dort zwischen sich und die Konkurrenz. "Im Weitsprung ist es für unsere Kinder immer schwierig", urteilte Matthias Bos. "Wir können Weitsprung in der Halle nicht trainieren. Sie sind erstmalig in die Grube gesprungen, im ersten Versuch passte es deswegen oft gar nicht."
Bei den A-Schülerinnen überzeugte Julia Dieckmann. Im Hochsprung steigerte sie ihre Bestmarke auf 1,66 Meter, im Weitsprung von 5,12 Meter auf 5,36 Meter. Trainerin Magdalena Buhl war mit der Leistung hochzufrieden: "Das sie das jetzt schon kann, ist der Hammer. Sie war zudem richtig erkältet." Insgesamt sicherten sich Athleten in der A-Schülerklasse 15 A-Normen für die Westfalenmeisterschaften Anfang März. Zehn weitere Ergebnisse bedeuteten die B-Norm. A-Schülerin Annika Preuss, die noch für Schalke 96 startete, aber ab dem 1. Januar im TV-Trikot laufen wird, hat sich gut bei den Blauhemden eingefügt: Bestleistung im Hoch- und Weitsprung, eine Sekunde blieb sie über 60 m Hürden unter der geforderten Norm für die Westfälischen.
Während bei den A- und B-Schülern die Auszeichnung für die beste Leistung an den TV Wattenscheid ging, wurde der TV Gladbeck für die besten weiblichen Leistungen gekürt: Bei den A-Schülerinnen Julia Dieckmann und Annika Preuss, bei den B-Schülerinnen Annika Drazek und Svenja Specowius. Die Ehrung nahm Heiner Preute mit Ex-Sprinter Marc Blume vor, EM-Bronzemedaillengewinner mit der 4 x100 m-Staffel 2002 in München.
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