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Licht und Schatten

06.04.2008 | 21:10 Uhr

Der SV Zweckel präsentiert sich im Stile des wechselhaften Aprilwetters: Sehenswerte Spielzüge setzen strahlende Glanzpunkte, Unkonzentriertheiten lassen gegen Ende noch einmal dunkle Wolken aufziehen

Drei Kämpfer und Leistungsträger: Routinier Christopher Zeidler zeigt vollen Einsatz, beobachtet von Kapitän Michel Lüddecke und Daniel Bahl (hinten). Foto: Deffte, Ruhrkontrast

SV Zweckel SpVgg Recklinghausen 3:2 Halbzeit: 2:0.

Tore: 1:0 Polat (24.), 2:0 Lüddecke (40.), 2:1 (53.), 3:1 Messinger (84.), 3:2 (86.).

SVZ: Bogdahn, Rarek, Bahl, Bork, Zeidler, Lüddecke (79. Nowakowski), Kamba, Ulbrich (55. Messinger), Mbaye, Schwark (64. Khodr), Polat.

Nach kampfbetontem und zähem Beginn präsentierte sich der SV Zweckel rasch von seiner besten Seite: Zweckels agiler 10er Mathias Schwark setzte sich auf der linken Außenbahn durch, der Ball kam zu Stürmer Bahadir Polat, der eiskalt die Nerven behielt. Eine kurze Körpertäuschung ließ die Recklinghäuser Verteidiger ins Leere laufen, ein schneller Blick, ein platzierter Flachschuss in die rechte Ecke - die ersehnte Führung. Eine wichtige Führung.

Denn die Gäste entpuppten sich von Beginn an als unangenehmer Gegner. Zweikampfstark und redefreudig. Mit gegenseitigen Anfeuerungen stachelten sich die Recklinghäuser Spieler auf und versuchten die Zweckeler einzuschüchtern.

Der SVZ tat das einzig richtige. Die Pereira-Elf nahm den Kampf an, hielt in den Mann-gegen-Mann-Duellen dagegen und sich ansonsten verbal zurück. Das frühe Führungstor brachte darüber hinaus etwas Ruhe ins Spiel. Die Angriffslust der Gäste schien an der Dorstener Straße zunächst etwas gebrochen.

In der Folge kontrollierten die Grün-Weißen das Spiel, aber ohne zu glänzen. Das Herausspielen klarer Torchancen wollte nicht so recht gelingen - bis der Kapitän des SV Zweckel persönlich zuschlug. Einen von Christoph Zeidler lang in den Strafraum gezogenen Ball köpfte Michel Lüddecke mit Wucht in die Maschen. Ein kleines Glanzstück. 2:0, eine vermeintlich beruhigende Führung. Doch die fachkundigen Zuschauer hoben rasch mahnend den Zeigefinger. Die letzten Auftritte der Zweckeler haben Vorsicht gelehrt.

Und tatsächlich musste noch einmal gezittert werden. Denn nun folgte bei den Gastgebern reichlich Schatten. Zweckel verlor den Faden, kam zunehmend einen Schritt zu spät und geriet so mehr und mehr unter Druck. Recklinghausen witterte seine Chance und ging wieder aggressiver zu Werke. "Eine 2:0-Führung ist immer ein sehr gefährliches Ergebnis", analysierte Zweckel Coach Miguel Pereira nach dem Schlusspfiff. In der Tat. Ein 2:0 vermittelt eine zu Nachlässigkeiten verleitende Sicherheit. Doch bei einem Gegentor steht das Spiel wieder auf des Messers Schneide.

So kam es dann auch. Eine Flanke segelte durch den Strafraum des SVZ, Torwart Boris Bogdahn streckte sich vergebens, und der Recklinghäuser Stürmer brauchte den Ball nur noch einzunicken. Plötzlich war alles wieder offen. Zweckel musste noch so manche heikle Situation überstehen. Bis zur 84. Minute, in der Tim Messinger den Ball nach Vorarbeit von Ibo Mbaye volley unhaltbar im Kasten unterbrachte - ein freundlicher Sonnenstrahl, der rasch wieder durch dunkle Wolken verdrängt wurde. Denn die Gäste durften noch einmal einnetzen. Doch die wichtige Nachricht lautet: Zweckel siegt endlich wieder.

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Von Michael Pogorzelski

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