Krach in der Gladbecker PSV-Karategruppe

Anno 2013 bei einem Tag der offenen Tür war die Welt der Gladbecker Abteilung Karate in der PSV noch in Ordnung.
Anno 2013 bei einem Tag der offenen Tür war die Welt der Gladbecker Abteilung Karate in der PSV noch in Ordnung.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fast der komplette Abteilungs-Vorstand und etliche Leistungssportler der Gladbecker Abteilung Karate sind aus der PSV Recklinghausen ausgetreten.

Gladbeck..  In der Gladbecker Abteilung Karate der PSV Recklinghausen hat es heftigen Krach gegeben. Daher traten jetzt bis auf den Leiter Jörg Uretschläger alle Mitglieder des bisherigen Abteilungs-Vorstandes von ihren Ämtern zurück. Und mehr als das: Sie und etliche Leistungssportler sind zum Jahreswechsel aus der PSV Recklinghausen ausgetreten.

Abteilungsleiter schweigt sich aus

Die Nationalmannschaftskämpfer Christian, Stefan und Daniel Gude sowie Kampfsportler aus der Leistungsgruppe kehrten dem Verein ebenso den Rücken wie die bisherigen Mitglieder des Abteilungsvorstandes Heike Gude (Geschäftsführerin), Birgit Höing (Kassenwartin, Trainerin), Bernd Grünebeck (Pressewart), Birgit Joffroy (Organisationswartin), Christian Gude (Jugendwart) und Daniel Gude (Jugendsprecher). Sie wollen, so verriet auf Anfrage der WAZ ein ehemaliges Mitglied des Abteilungsvorstandes, das namentlich nicht genannt werden wollte, in Kürze in Gladbeck „etwas Eigenes auf die Füße stellen“. Viele Dinge seien schon im Fluss.

Stellt sich die Frage nach der Ursache für den Zwist. In einem Schreiben an die Mitglieder der Gladbecker PSV-Gruppe, das der WAZ vorliegt, heißt es: „Grund für die Spaltung ist, dass unser Abteilungsleiter Jörg Uretschläger, aus persönlichen und vor allem aus privaten wirtschaftlichen Interessen immer wieder Entscheidungen des Abteilungsvorstandes blockiert hat und nunmehr den Vorstand durch eigene Leute ersetzen möchte (Außerordentliche Mitgliederversammlung am 24. 01. 2015).“ Man werde nicht weiter mit einem Mann zusammenarbeiten oder sich von ihm repräsentieren lassen, der derart eigennützig handele und die grundlegende Philosophie des Karate zwar gegenüber seinen Schülern predige, es aber nicht für nötig halte, sich selbst an diese Worte zu halten. Uretschläger habe sich sogar mit seinem Sensei (Meister) Shihan Ochi und dem von ihn geführten Verband DJKB überworfen. „Einer Klärung“, so ist es in dem Schreiben an die Mitglieder zu lesen, „hat er sich bis zum heutigen Tage, trotz mehrfacher Aufforderung durch unseren Abteilungsvorstand, verweigert.“

Gegenüber der WAZ wollte sich Uretschläger zu den Vorwürfen nicht äußern. „Ich möchte kein Holz in das Feuer werfen“, sagte der Gladbecker, der seit 21 Jahren als Karatetrainer aktiv ist.

PSV bleibt in Gladbeck aktiv

Rainer Peters, Vorsitzender der PSV Recklinghausen, bestätigte, dass es in der Gladbecker Gruppe Differenzen und „zum 31. Dezember 2014 auch Austritte“ gegeben habe. „Es sind“, so Peters, „Vorwürfe gegen Jörg Uretschläger erhoben worden. Das Problem ist, wie werden sie belegt?“ Das ist laut dem PSV-Vorsitzenden nicht gelungen. Der Versuch, zwischen den beiden Lagern zu vermitteln, sei gescheitert. Peters: „Der Vorstand war in sich zerstritten, die Differenzen waren unüberbrückbar.“

Die PSV Recklinghausen wird laut Rainer Peters in Gladbeck wie bisher mit ihrer Karategruppe aktiv bleiben. Am Samstag, 24. Januar, findet daher um 16 Uhr in der Sporthalle der Werner-von-Siemens-Realschule an der Kortestraße eine außerordentlichen Abteilungsversammlung statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die Neuwahl des Vorstandes.

Schon vor rund fünf Jahren spaltete sich übrigens von der Abteilung Karate Gladbeck in der PSV Recklinghausen eine Gruppe ab. Das führte seinerzeit zu der Gründung des Vereins Karate Do Gladbeck.