Im Derby wieder in die Spur finden

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Erstmals in dieser Saison hat der TV Gladbeck II in der Volleyball-Regionalliga zwei Spiele in Folge verloren, die Tabellenführung ist weg, dazu kamen zuletzt Verletzungssorgen – eine Krise sieht TVG-Coach Enno Schulz aber nicht. Und zwar weder sportlich: „Das Bielefeld-Spiel darf man nicht als Maßstab nehmen, gegen Köln haben wir eine Leistungssteigerung gezeigt.“ Noch mental: „Die Mannschaft ist ganz gut mit der Niederlage gegen Köln zurechtgekommen, hat im Training Gas gegeben, wir haben viel an der Konzentration gearbeitet.“

Die war zuletzt das Manko der Gladbeckerinnen, innerhalb der Spiele zeigte die Mannschaften große Schwankungen, schaffte es nicht, ein Niveau über mehrere Sätze durchzuhalten.

Der Sprung zurück an die Tabellenspitze ist unwahrscheinlich

Schulz verspricht Besserung: „Wir haben diesen Bedarf erkannt und intensiv daran gearbeitet. Ich gehe davon aus, dass die Spielerinnen sehr fokussiert, zu einhundertzehn Prozent konzentriert in das Spiel gegen Essen gehen.“

VC Allbau Essen ist am Samstagabend (18 Uhr) Gastgeber der Gladbecker – vom Derbycharakter der Begegnung gegen die Nord-Essener erhofft sich Schulz einen extra Schub: „Ich empfinde diese Brisanz immer als extra Ansporn und überhaupt nicht negativ, beide Mannschaften werden heiß sein.“ Auch aufgrund der Vergangenheit einiger Spielerinnen, denn der Weg zwischen Borbeck und Gladbeck ist bekanntlich kurz. Gleich fünf Spielerinnen des TVG spielten auch schon für Essen: Sabrina Sobieraj, Julia Frohleiks, Anna Kels, Kathrin Reppenhagen und Ina Mertzen, die aber verletzt fehlt.

Außerdem natürlich auch Alina Weichert, die nach ihrem Blitzcomeback gegen Köln auch gegen ihren Ex-Klub wieder im Aufgebot steht und ihre Abschiedsvorstellung gibt. Schulz: „Es war ein Engagement auf Zeit, das war klar. Ich gehe davon aus, dass sie ihr vorerst letztes Spiel für uns machen wird.“

Sportlich gesehen sind die Gladbeckerinnen am Samstagabend Favorit, der VC Allbau hat 2015 noch nicht gewonnen und ist auf Tabellenplatz fünf abgerutscht. Er rechne trotzdem mit „heftiger Gegenwehr“, so Enno Schulz: „Sie spielen eine gute Runde und waren vor dem Winter ganz vorne mit dabei, das war ein bisschen überraschend. Dass sie jetzt zurückgefallen sind, würde ich nicht überbewerten, sie stehen immer noch mindestens im gesicherten Mittelfeld.“ Dazu komme der Derbycharakter: „Wir dürfen den Gegner auf keinen Fall unterschätzen.“

Den Sprung zurück an die Tabellenspitze werden seine Spielerinnen an diesem Spieltag aber voraussichtlich nicht schaffen: Spitzenreiter FCJ Köln II spielt am Samstag zu Hause gegen den Achten Union Lüdinghausen – kaum denkbar, dass die Kölnerinnen den Erfolg aus dem Spitzenspiel gegen Gladbeck nicht mit einem Dreier veredeln werden.