Heinz Semrau feiert 80. Geburtstag
29.08.2009 | 06:39 Uhr 2009-08-29T06:39:00+0200Gladbeck. Heinz Semrau, der Ehrenvorsitzende des TV Gladbeck, feiert am Samstag, 29. August, seinen 80. Geburtstag.
Was wären Vereine ohne ihre ehrenamtlichen Helfer? Ohne die Menschen, die nach ihrer Pensionierung erst richtig aufdrehen und ihr geballtes Wissen und ihre Routine voller Elan einbringen? Heinz Semrau, Ehrenvorsitzender des TV Gladbeck, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Er steht stellvertretend für diese unzähl- und unschätzbare Schar ehrenamtlicher Mitarbeiter, die nicht nur für Sportvereine immer wichtiger werden.
Dessen ist sich auch Heinrich Semrau bewusst: „Unsere Arbeit wird durch immer umfangreichere Gesetzgebung deutlich kleinteiliger.” Dass er im Gespräch sofort auf Gesetze und Zahlen zu sprechen kommt, ist kein Zufall. Der Ehrenvorsitzende ist weiterhin für alle Angelegenheiten rund um Lohnabrechnungen, Steuern, Sozialabgaben und die Minijobber des Vereins zuständig.
Ein Handballspieler
Heinz Semrau steht für ein Leben im Verein, ein Leben mit dem Verein. 1946 trat er in den TV Gladbeck ein, weil er Handball spielen wollte. Aus dem Handballspieler Semrau wurde der Erste Vorsitzende Semrau und später der Ehrenvorsitzende Semrau.
Ab einem bestimmten Alter ist ein „runder” Geburtstag, wenn der Verdienst für eine Stadt und einen Verein groß genug ist, auch für Medien ein Grund, einmal inne zu halten und Lebensstationen Revue passieren zu lassen. Fünf Jahre ist es her, dass die Autorin dieses Artikels mit dem Ehrenvorsitzenden zusammen saß und sie ein langes Vereinsleben in Erinnerung riefen, sich in viele Bilder (schwarz-weiß!) und alte Vereinszeitschriften vertieften. Was sich in den vergangenen fünf Jahren verändert hat? „Nicht viel”, sagt Heinz Semrau erst. Und überdenkt dann doch seine Arbeit und seine Aussage: „Es ist halt alles viel komplizierter geworden. Die Forderungen des Finanzamts werden immer präziser. Wir müssen den Ansprüchen von Profis genügen.”
Was waren das für Zeiten
Doch noch viel mehr hat sich allerdings im Rückblick auf die vergangenen 63 Jahre gewandelt. Die gesellschaftlichen Entwicklungen, die technischen Erfindungen haben Vereinsleben und Rituale verändert. In der Erinnerung verklären sich viele dieser Bräuche. Schön waren die Zeiten, als es noch einen Kassierer gab, der jedem Mitglied persönlich einen Besuch abstattete und die Mitgliedsbeiträge einsammelte.
Doch das ist längst vorbei, jetzt stehen ganz andere Aufgaben an. Aufgaben, bei deren Lösung Heinz Semrau eingebunden ist - zum Beispiel beim Aufstieg der Volleyballerinnen des TV, den Gladbecker Giants, in die Zweite Bundesliga. „Da kommt im Zusammenwirken mit dem Finanzamt noch einiges an Arbeit auf uns zu”, sagt Heinz Semrau.
Es wird gefeiert
Allerdings nicht heute. Denn heute wird gefeiert. Natürlich nicht nur mit Ehefrau, Tochter und Enkeltochter. Wer wie Heinz Semrau seit 63 Jahren Vereins-Mitglied ist, der lässt auch die engsten Mitarbeiter an seiner Geburtstagsfeier teilhaben. Eine große Gruppe von Vereins-Idealisten wird zusammenkommen. Und sie werden ihrem Ehrenvorsitzenden dafür danken, dass er sich mit so viel Liebe und Geduld um den Verein und seine Finanzen kümmert. Motivieren, auch noch die nächsten Jahre die Aufgaben zu übernehmen, müssen sie ihn nicht: „Ich hör' schon nicht auf”, sagt Heinz Semrau. „Denn mir macht es immer noch Spaß und der Verein ist mir immer noch sympathisch.” Auch nach 63 Jahren. Das will was heißen.
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