Gummersbach II verlässt die Abstiegsränge

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Julius Kühn und Simon Ernst gingen für Gummersbach II auf Torejagd. Durch das 28:26 über Neuss konnten die Oberbergischen die Abstiegsränge verlassen.

Gladbeck..  Die Zweitvertretung des VfL Gummersbach hat in der Dritten Handball-Liga die Abstiegsränge verlassen. Beim 28:26-Erfolg in Neuss setzten die Oberbergischen neben weiteren Profis in Julius Kühn und Simon Ernst sogar zwei Jung-Nationalspieler ein. Auf den ersten Abstiegsplatz zurückgefallen ist die SG OSC Löwen Duisburg nach der bösen 19:30-Heimpleite gegen Zweibrücken. Der VfL Gladbeck hat drei Zähler Vorsprung vor den Löwen.

Die personell gebeutelten Duisburger (11:25-Punkte) präsentierten sich in der Begegnung mit Zweibrücken in denkbar schwacher Verfassung. „Das war der blanke Horror“, fand SG-Chef Klaus Schuppert nach der Packung gegen den Gast aus Rheinland-Pfalz gegenüber der Duisburger WAZ klare Worte. Jörg Förderer, der Trainer der Löwen, der mittlerweile auch wieder auf der Platte steht, sagte: „Wir hatten uns viel vorgenommen, aber zu statisch gespielt. Und wir haben uns zehn Kontertore eingefangen und 100-prozentige Chancen nicht genutzt.“ Die Partie in der Halle an der Krefelder Straße war schon frühzeitig entschieden, nach 35 Minuten lag Zweibrücken, das mit sechs A-Jugendlichen angereist war, mit 20:10 in Führung.

Stellt sich die Frage, ob die Duisburger nach der Verpflichtung von Kevin Kirchner, der bei seinem Kurzeinsatz dreimal erfolgreich war, nochmals auf dem Spielermarkt zuschlagen? Weil der nationale Markt wenig hergibt, müssten die Löwen sich nach ausländischen Akteuren umgucken. SG-Chef Schuppert äußerte sich, darauf angesprochen, skeptisch: „Ob uns das wirklich hilft?“

Der VfL Gummersbach II (12:22-Punkte) verschaffte sich mit erheblicher Unterstützung des Profikaders im Abstiegskampf zumindest etwas Luft. Die Oberbergischen gewannen nach dem 32:30-Erfolg über den VfL Gladbeck nun auch bei einem weiteren Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Beim Neusser HV (12:24-Punkte) setzte sich die Zweite des VfL Gummersbach mit 28:26 durch. Und wie gegen Gladbeck entschieden auch in Neuss die Profis den Vergleich: Jung-Nationalspieler Julius Kühn erzielte zehn Treffer, Jan-Lars Gaubatz, der nun zum Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen wechselt, fünf und Simon Ernst, der ebenfalls schon für Deutschland spielte, vier Tore. Die Zeitung „Oberberg-Aktuell“ schrieb: „Und genau dieses Trio steht jetzt nicht mehr zur Verfügung, so dass der VfL II in den kommenden Monaten wohl weiterhin um Konstanz (und Punkte) wird ringen müssen.“

Rene Witte, der Trainer des Neusser HV, machte gegenüber der Online-Ausgabe der „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“ (Online-Ausgabe) deutlich, was er von der Gummersbacher Personalpolitik hält: „Es hilft keinem Bundesligisten weiter, eine Mannschaft in der Dritten Liga zu haben. Sympathiewerte erreicht man durch solche Maßnahmen sicher nicht. Ich weiß nicht, ob das noch ein fairer Wettbewerb ist.“ Georgi Sviridenko, der Gummersbacher Trainer, zeigte Verständnis für den Unmut der Konkurrenz: „Ich kann das verstehen, denn ich habe auch die andere Seite erlebt. Das ist einfach Pech. Für uns war die Verstärkung richtig und wichtig, wenn man den Tabellenstand sieht.“