Gladbecker Bobfahrerin Annika Drazek trainiert schon wieder

Ein erfolgreiches Duo: Anja Schneiderheinze (li.) und  Annika Drazek holten bei der Bob-WM Silber.
Ein erfolgreiches Duo: Anja Schneiderheinze (li.) und Annika Drazek holten bei der Bob-WM Silber.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Zweierbob-Vizeweltmeisterin Annika Drazek hat die Vorbereitungen auf die neue Saison aufgenommen. Sie möchte dieses Mal auch in Übersee starten.

Gladbeck.. Ihren bisher größten sportlichen Erfolg feierte sie Ende Februar: Mit der Erfurter Pilotin Anja Schneiderheinze gewann Annika Drazek bei der Bob-Weltmeisterschaft in Winterberg die Silbermedaille. Seither ist es naturgemäß ein wenig ruhiger geworden um die 20-jährige Rentforterin.

Stellt sich die Frage: Was macht Annika Drazek momentan eigentlich? Die einfache Antwort lautet: Die Anschieberin steckt längst schon wieder mitten in den Vorbereitungen auf die nächste Saison. Oder, in ihren Worten: „Ich trainiere.“

Ende August findet der erste Leistungstest auf dem Eis statt

Annika Drazek fand zuletzt die Zeit, mal wieder in Gladbeck vorbeizuschauen. Bis zum vergangenen Mittwoch war sie vor Ort, um Familie und Freunde zu besuchen und um beim TV Gladbeck mit der Gruppe von Heiner Preute Übungseinheiten zu absolvieren. Danach ging’s weiter nach Winterberg zum Abschubtraining. Schließlich steht Ende August der erste zentrale Leistungstest auf Eis in Oberhof auf dem Programm der deutschen Bob-Elite.

Rodel-WM 2019 Dazu gehört ohne Wenn und Aber die einstige TVG-Top-Sprinterin Annika Drazek, und das, obwohl sie erst im vergangenen Winter auf Anraten von Heiner Preute, der ja auch eine Vergangenheit als Bobsportler hat, von der Tartanbahn in den Eiskanal gewechselt ist. Der Rest dieser unglaublichen Geschichte ist bekannt, die Gladbeckerin schaffte sofort den Sprung in den Weltcup und gewann schließlich mit der besten deutschen Pilotin Anja Schneiderheinze bei der Heim-WM im Sauerland die Silbermedaille.

Ausbildung bei der Bundespolizei

Im Anschluss an dieses Wintermärchen bot sich Annika Drazek die Möglichkeit zu einer beruflichen Neuorientierung. Sie nutzte sie, hängte ihr Studium an der Universität Essen an den Nagel und absolviert inzwischen eine Ausbildung bei der Bundespolizei im bayerischen Bad Endorf. „Das könnte besser gar nicht sein“, sagt die 20-Jährige, die nun Ausbildung und Leistungssport optimal kombinieren kann. „Die Bundespolizei fördert uns, wo sie nur kann“, so Drazek weiter.

Für die nächste Saison verfolgt Annika Drazek - wie könnte es anders sein? - überaus ambitionierte Ziele. Im Weltcup möchte sie wieder mitmischen, dieses Mal auch bei den Rennen in Übersee. Und dann wären da die Weltmeisterschaften, die anno 2016 im österreichischen Igls ausgetragen werden. „Das“, sagt Vizeweltmeisterin Drazek, „ist das Nonplusultra.“

Olympia im Hinterkopf

Im Hinterkopf hat die Rentforterin natürlich auch die nächsten Olympischen Winterspiele, die 2018 im südkoreanischen Pyeongchang ausgetragen werden. „Als Athlet“, sagt die Gladbeckerin, „denkt man immer von Wettkampf zu Wettkampf und von Jahr zu Jahr. Aber klar blinzele ich mit einem Auge Richtung Olympia.“

Wie sieht’s eigentlich mit den leichtathletischen Ambitionen der Teilnehmerin an der U18-WM von 2011 aus? „Wenn ich mal wieder Lust auf einen Wettkampf habe, mache ich einen“, antwortet Drazek. „Das wird in dieser Freiluftsaison aber nichts mehr werden“, so Heiner Preute. Der Grund: fehlende Zeit.

Mitglied im TV Gladbeck wird die Bob-Vizeweltmeisterin auf jeden Fall bleiben. „Im TV Gladbeck“, betont Annika Drazek, „habe ich all das gelernt, was mich auszeichnet.“