Giants veranstalten Feierstunde
07.02.2010 | 15:10 Uhr 2010-02-07T15:10:00+0100
Gladbeck. In der 2. Frauenvolleyball-Bundesliga glückte den Giants des TV Gladbeck der nächste Coup. Eine Woche nach dem Erfolg in Emlichheim besiegte der TVG den 1. VC Norderstedt mit 3:1.
TV Gladbeck Giants -
1. VC Norderstedt
3:1
Es muss irgendwann beim ersten Seitenwechsel gewesen sein. TV-Trainer Waldemar Zaleski schaute kurz rüber zu Thomas Schimdt und Thomas Broscheit, seinen Norderstedter Kollegen. Und da sah er es in ihren Gesichtern: „Die haben uns unterschätzt.“
Warum auch nicht? Zu diesem Zeitpunkt, im ersten Satz, wurden Zaleskis Giants ja auch gewaltig übertölpelt. Nervös und fahrig zitterten sie übers Feld, dass sogar der eigene Trainer überrascht war. Erst recht, als sich die Norderstedter Gäste den Durchgang sicherten - ganz passend dank eines Gladbecker technischen Fehlers.
Ob dieser Satz Einlullungstaktik war oder nicht, er hatte jedenfalls nichts mit dem zu tun, was der TVG danach mit vollkommen überforderten Gästen anstellte und was dafür sorgte, dass die Giants die Abstiegränge verlassen durften.
Einige gute Minuten rund um das 10:6 und die Aufschläge der verletzt spielenden Lolle Göke im zweiten Satz waren der Auftakt zur Feierstunde in der Artur-Schirrmacher-Halle. Dies schien die gut und gerne 300 Zuschauer so zu verblüffen, dass sie beim folgenden Satzball für den TV verzückt vergaßen, aufzustehen und zu applaudieren. Das rügte der Hallensprecher „Jackson“ Reschke natürlich sofort.
Dieser „Jackson“ jubelte dann irgendwann: „Das ist ja Volleyball vom Feinsten hier.“ Zaleski würde ihm entgegnen, dass es „ein gutes, aber kein sehr gutes Spiel“ war. Hier und da wäre wohl noch was zu verbessern. Etwa im Spielaufbau. Oder im Angriff, „da ist mir das noch nicht kräftig genug.“
Ob gut oder sehr gut: Sätze zu 14, zu 14 und zu 15 sprechen schon eine deutliche Sprache. Tatsächlich war der 1.VCN augenfällig oft in der Annahme überfordert, verlor völlig den Überblick und irgendwann auch die Lust. Was auch daran lag, dass sie sich personell gebeutelt nach Gladbeck geschleppt hatten.
Ganz anders der TV: Mal wieder brillierte Katharina Friedrich im Angriff. Auch Gina Gatzmanga brachte viel übers Netz, Anna Marschollek deutete ihre Hammerschläge immer öfter an. In der Abwehr: flüssig und variabel. Und irgendwann läuft‘s dann einfach. Ein gute Indiz dafür ist der Aufschlag: Mittlerweile liegt die Fehlerquote unter zehn Prozent. In der Hinrunde war genau das oft die Achillesferse der Giants.
Die Hinrunde. Wenn die Giants so weiterspielen, verblasst dieser harte Herbst schneller als gedacht: In der Rückrunde holten sie mehr Siege als Niederlagen, sind zuhause ungeschlagen. Und sie lassen sich von Rückständen nicht mehr aus dem Konzept bringen.
Nach dem Spiel verließen Norderstedts Trainer noch vor ihren Spielerinnen die Halle. Zügig und mit zornesroten Gesichtern. „Die Giants“, sagte Zaleski, „darf man nicht mehr unterschätzen.“
22:12
starke leistung.