Giants treten als Außenseiter an
13.09.2010 | 14:34 Uhr 2010-09-13T14:34:00+0200
Gladbeck.Waldemar Zaleski geriet ins Schwärmen als er diese 1,90 Meter große Spielerin auf dem Feld sah. „Exzellent“, staunte er, „perfekt“. Und: „Das habe ich in Deutschland noch nicht gesehen.“
Also auch nicht in Gladbeck: Es war keine seiner Damen, die dem Trainer des TV Gladbeck den Atem verschlug, sondern eine des niederländischen Erstligisten Taurus.
Zaleskis Mannschaft testete eine Woche vor dem Regionalligastart nochmals ausgiebig in den Niederlanden und traf am Sonntag bei einem Turnier auf die Erstligisten Peelpush und eben Taurus; gegen beide verloren die Gladbeckerinnen 1:2, wobei Zaleski besonders Taurus lobte: „Das war eine Nummer zu groß. Die könnten auch in Deutschland in der 1. Bundesliga spielen.“
Konkurrenzsituation
Trotzdem: Ein bisschen verschlug ihm vielleicht auch das eigene Team den Atem. Jedenfalls konnte er nach den Spielen von den Giants sagen: „Ich bin sehr zufrieden. Das war das erste Mal, dass wir spielen, was wir trainieren. Wir haben sehr gut gespielt.“
Bereits einen Tag zuvor, am Samstag, traten die Volleyballerinnen in den Niederlanden an und spielten gegen Peelpush. Sie unterlagen 1:3. Es stimmte schon viel, spielerisch lief es und auch taktische Züge wurden umgesetzt. Am Sonntag aber, legte der TVG nochmals zu und spielte vor allem gegen Peelpush „viel besser als einen Tag zuvor“, so Zaleski.
Wer es statistisch haben möchte: In den Bereichen Aufschlag, Annahme und Angriff haben sich laut Zaleski die Werte deutlich verbessert.
Ebenfalls verbessert hat sich die Variabilität. Auf der Suche nach einer ersten Stammformation konnte der TVG-Trainer feststellen, dass auf den Außenpositionen „ein sehr großes Potenzial vorhanden ist“ - und zwar bei fünf Spielerinnen. Für drei Positionen. Kapitänin Gina Gatzmanga, Meike Schepers, Katharina Friedrich, Anna Marschollek und die neue Alisa Kasselmann bilden das qualitative Quintett, das es möglich macht, gezielt auf die Stärken des Gegners zu reagieren. „Diese Möglichkeit hatten wir in der 2. Bundesliga nicht“, erinnert sich Zaleski, und sieht diese Konkurrenzsituation daher als „klaren Vorteil.“
Vielleicht sorgt dieser Vorteil ja auch für einen Vorteil im WVV-Pokalviertelfinale gegen den Zweitligisten Bayer Leverkusen am Mittwoch, 15. September, in der Artur-Schirrmacher-Halle (20 Uhr). Es ist das erste Pflichtspiel nach dem Zweitligaabstieg und wer dort der Favorit sein wird, ist klar: Leverkusen gewann im vergangenen Jahr souverän die 2. Bundesliga, konnte den Aufstieg nicht wahrnehmen und hat für dieses Jahr die Besten gehalten, sich sogar noch verstärkt.
„Die Vorgabe ist klar“, sagt Zaleski, „wir wollen das Maximum unserer Leistung abrufen.“ Deshalb verpasste er seiner Mannschaft nach dem anstrengenden Wochenende erstmal eine Trainingspause. „Wenn wir unsere Leistung aus den Niederlanden stabilisieren, können wir Leverkusen vielleicht Probleme machen“, so Zaleski grinsend: „Es gibt im Volleyball immer wenig Überraschungen. Aber es gibt sie.“
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