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Giants spielen viel zu brav

14.02.2010 | 14:16 Uhr
Giants spielen viel zu brav

Gladbeck.Nichts zu holen gab es für die Giants des TV Gladbeck beim Spitzenreiter der Zweiten Frauenvolleyball-Bundesliga. Bayer Leverkusen gewann die Partie deutlich mit 3:0 (25:16, 26:24, 25:18). Für den Tabellenführer war es der 18. Sieg im 18. Spiel.

Bayer Leverkusen -
TV Gladbeck Giants 3:0

„Das ist kein Beinbruch“, sagte Waldemar Zaleski unmittelbar nach dem Spiel in der Smidt-Halle. Eine Niederlage im Schatten der Bayarena hatte der Trainer der Giants gewissermaßen eingeplant. Schließlich sind die Leverkusenerinnen in der Zweiten Liga des Nordens das Maß aller Dinge.

Schepers druckvoll

Und warum das so ist, demonstrierten sie am Samstagabend in der Begegnung mit dem TV Gladbeck recht eindrucksvoll. „Diese Mannschaft“, stellte Zaleski fest, „hat athletische Vorteile“. Sie sei, so der Übungsleiter weiter, athletisch und spielerisch besser gewesen als sein Team, sie habe im Angriff mit Kraft und Dynamik überzeugt.

Was alles andere als erstaunlich ist: Während Bayer nämlich, wie Leverkusens Trainer Dirk Sauermann betonte, „nahezu täglich trainiert“, also mehr oder weniger unter Profibedingungen, kann sich der TVG einen derartigen Aufwand nicht leisten. Dreimal in der Woche treffen sich die Giants in der Artur-Schirrmacher-Halle zum Training, mehr geht momentan einfach nicht.

Ungeachtet dessen können die Gladbeckerinnen sicherlich besser spielen als sie es in Leverkusen taten. „Wir haben nicht die Leistung gezeigt, die wir zuletzt abrufen konnten“, sagte Zaleski, dessen Auswahl gegen den großen Favoriten, von einigen wenigen Phasen des Spiels einmal abgesehen, viel zu gehemmt wirkte. Der TVG-Trainer vermisste vor allem die notwendige Aggressivität. Er bemängelte „zu wenig Aggressivität in der Feldabwehr“ und sah „im Angriff eine gewisse Zurückhaltung“. Kurzum, mit diesem viel zu braven Auftritt war Bayer nicht in Verlegenheit zu bringen.

Nur am Ende des zweiten Satzes - der erste war sang- und klanglos verloren gegangen (Zaleski über das 16:25: „Das tat ein bisschen weh“) - besannen sich die Giants ihrer Qualitäten und zeigten, warum sie zuletzt in Emlichheim und gegen Norderstedt erfolgreich waren. Ein paar gute Angaben von Svenja Strumpen, zwei gewonnene Punkte nach verbissen umkämpften, langen Ballwechseln und schließlich ein Zähler durch die im Angriff druckvoll agierende Meike Schepers - und schon hatte der TV Gladbeck ein 17:21 in ein 24:24 verwandelt. Leverkusen zeigte sich von der kurzen Aufholjagd der Gäste allerdings unbeeindruckt und konterte. 25:24, 26:24 - damit nahm das Spiel endgültig seinen erwarteten Verlauf.

Denn die Hoffnung Zaleskis, dass die Seinen Bayer auch im dritten Durchgang unter Druck setzen können, erfüllte sich nicht. Schon früh setzten sich die Gastgeberinnen ab und brachten den Satz dann im Stile einer Spitzenmannschaft clever, gekonnt und scheinbar mühelos nach Hause.

„Leverkusen hat verdient gewonnen“, sagte Zaleski, für dessen Mannschaft nun der Endspurt im Abstiegskampf beginnt. Fünf Spiele stehen für die Giants des TV Gladbeck noch auf dem Programm, zumindest zwei davon, besser natürlich drei, sollte das Team um Kapitänin Gina Gatzmanga gewinnen.

Thomas Dieckhoff

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