Volleyball
Experimentieren in den Niederlanden
06.09.2010 | 16:35 Uhr 2010-09-06T16:35:00+0200
Gladbeck. Manchmal überraschen solche Testspiele wie gegen den niederländischen Zweitligisten VCV Varsseveld selbst erfahrene Trainer wie Waldemar Zaleski von den TV Giants an ganz anderer Stelle als erwartet.
Ina Schulz von der zweiten Mannschaft aus der Oberliga half beim Testspiel jenseits der Grenze mit, die fehlenden Mittelblockerinnen Vivian Theis und Saskia Börding in den Niederlanden zu ersetzen; Zaleski konnte ihr dafür „ein Lob aussprechen: Sie war im Angriff sehr, sehr gut, da hat man keinen Unterschied zu den anderen bemerkt“, sagte der Giants-Coach.
Weniger überraschend war das Ergebnis, ein Gladbecker 3:2-Erfolg. „Das war ja von Anfang an klar“, meint Zaleski. Doch dieses Ergebnis interessierte ihn nach dem Ausflug ins Nachbarland eher weniger. Der Test war Teil der Experimentierphase, die mit dieser Woche abgeschlossen sein soll.
Tatsächlich probierten die Gladbeckerinnen eifrig aus, schickten in jedem Satz eine andere Sechs aufs Feld, schließlich ist Zaleski auf der Suche nach der optimalen Formation für den Regionalligastart am 19. September in Bonn. „Die Leistungsunterschiede innerhalb des Kaders sind eher gering“, weiß der Trainer, „es kommt daher auf die Chemie auf dem Feld an.“ Einen ersten guten Überblick verschaffte er sich gegen Varsseveld, eine Mannschaft, die sich auf gutem Regionalliganiveau präsentierte. Gegen diesen Gegner funktionierte auch der Aufschlag wieder, ebenso die Kommunikation zwischen Block und Abwehr, und auch die „Kontrolle über das Spiel“, so erklärte Zaleski, „haben wir zu keiner Zeit verloren.“
Taktische Sorgenkinder brachten die Volleyballerinen aus den Niederlanden allerdings wieder mit zurück: den Spielfluss, der keinesfalls optimal war, das gebremste Tempo, den fehlenden Rhythmus. „Alles ein bisschen träge“, attestierte Zaleski und vermutet: „Vielleicht liegt das an der aktuell hohen Belastung.“
Das sollten seine Spielerinnen schnell in den Griff bekommen, denn auch die Saison könnte zur Belastungsprobe werden. Hatte Zaleski im Frühling neben den Giants noch Köln und Bonn zu den Aufstiegsfavoriten gezählt, so registrierte er beim Giants Cup in Gladbeck auch etwas überrascht: Langenfeld und Aachen gehören definitiv mit dazu. Und alle Teams hat er ja noch nicht gesehen.
Warendorf etwa hat sich mit drei polnischen Spielerinnen verstärkt, die zum Teil in der ersten Liga am Netz gestanden haben sollen. Trotzdem: Am Aufstiegsziel rüttelt in Gladbeck niemand. Auch wenn dafür wohl eine sehr konstante Spielzeit aufs Hallenparkett gelegt werden muss. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Zaleski, „gegen Varsseveld konnte man erkennen, was für ein Potenzial wir haben.“
Übrigens dürften noch jemandem die Experimente in den Niederlanden sehr gelegen kommen: Andreas Packeisen, dem Trainer der zweiten Mannschaft. Er weiß spätestens jetzt, dass ihm für die kommenden Oberligasaison mit Ina Schulz eine Mittelblockerin zur Verfügung steht, die an guten Tagen in der Regionalliga mithalten könnte.
TV: Schepers, Gatzmanga, Krefting, Marschollek, Kasselmann, Strumpen, Hoppe, Friedrich, Kroos, Schulz.
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