Englisch-Unterricht in der Sporthalle

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Der Besuch des US-amerikanischen Basketball-Profis Marques Oliver bescherte den Schülern der 8a des Riesener-Gymnasiums jetzt zwei Stunden Englischunterricht in der Sporthalle. Die Kids quetschten, ehe auch ein bisschen Basketball gespielt wurde, den 23-jährigen Spieler, der für den Pro-A-Zweitligisten ETB Wohnbau Baskets Essen aktiv ist, aus. Um sich mit dem 2,04 m langen Oliver zu unterhalten, mussten sie sich in dessen Muttersprache versuchen. Auf die Frage nämlich, ob er Deutsch spreche, antwortete der Wahl-Essener schmunzelnd: „Ich verstehe Mc Donald’s!“

VfL-Poster im Foyer

Genau aus diesem Grund hatte sich Tom Doll, der zurzeit als Referendar für Englisch und Geschichte am Riesener tätig ist, mit dem Essener Verein in Verbindung gesetzt: „Die Schüler kommen im Unterricht ja sonst nie mit Muttersprachlern in Kontakt.“ Woher wusste Doll eigentlich, dass ETB derartige Schulbesuche anbietet? „Ich habe selber für Essen gespielt.“ Zehn bis zwölf Jahre seien es gewesen. Rührt aus dieser Zeit auch sein US-amerikanischer Akzent? „Klar“, sagt Doll, „ich habe mich ja immer mit den US-Jungs unterhalten.“

Marques Oliver war am Mittwochvormittag nicht alleine zur Schützenstraße nach Gladbeck gekommen, sondern in Begleitung von Dirk Unverferth, der für die Schulprojekte des Pro-A-Zweitligisten verantwortlich zeichnet. „Dahinter“, erklärte er, „steckt das Ziel, so viele Kids wie möglich für den Basketball zu gewinnen.“ Dass das in Gladbeck und gerade am Riesener-Gymnasium schwer werden könnte, erkannte er unmittelbar nach Betreten des Foyers der Sporthalle. „Gladbeck ist wohl eine Handball-Stadt“, sagte Unverferth, als er zwei kleine Poster des lokalen Drittligisten VfL entdeckte.

„Wir sind erstmals in Gladbeck“, so Unverferth weiter. Sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 eigentlich nicht schon zu alt, um noch mit dem Basketballspielen zu beginnen. Dirk Unverferth schüttelte sogleich den Kopf: „Dirk Nowitzki hat mit 13 Jahren angefangen.“ Mit dem Spiel beginnen könnten Kids aber schon mit acht oder neun Jahren.

Von Cuxhaven nach Essen

Derweil unterhielt sich Marques Oliver ganz ungezwungen mit den Schülern der 8a - und zwar über alle möglichen Themen. In Deutschland hält sich der junge Berufs-Basketballer aus den Staaten nun schon etwas länger auf - vor seinem Engagement in Essen spielte er nämlich in Cuxhaven für die Bascats. Oliver betonte, dass es ihm in seiner neuen Heimat sehr gut gefällt. Ähnliches („Die Innenstadt von Essen ist größer und schöner als die von Cuxhaven“) hatte er bereits in einem Interview geäußert, das in einem Hallenheft des ETB abgedruckt worden ist. Weiteres Unterrichtsmaterial für Tom Doll - denn beantwortet hat Marques Oliver die Fragen allesamt in seiner Muttersprache.