Eklat in Gladbeck - Spieler und Fans prügeln sich

Was wir bereits wissen
Die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft wurde überschattet von einer Prügelei, die sich Spieler von Preußen Gladbeck, SV Zweckel II und Fans lieferten.

Gladbeck.. Volker Dyba hatte sich vor Beginn der Hallen-Stadtmeisterschaft vor allem sportlich-faire Spiele gewünscht. Dieser Wunsch des Leiters der Fachschaft Fußball ging nicht in Erfüllung. Nach der Partie zwischen SG Preußen Gladbeck III und SV Zweckel II kam es auf dem Parkett der Halle Rentfort-Nord zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen Akteuren, auch Zuschauer mischten mit.

„Ich bin stinksauer“, fand Dyba später deutliche Worte in Richtung der Protagonisten. „Bis dato war das Turnier eine runde Sache mit tollen Spielen. So eine Partie bringt alles in Verruf.“ Der Leiter der Fachschaft Fußball sagte weiter: „Diesen Chaoten ist nicht klar, was sie für einen Schaden anrichten. 28 Mannschaften nehmen an der Stadtmeisterschaft teil. 21 waren bis zu dem Vorfall im Einsatz. Davon haben sich 19 Mannschaften benommen. Und dann passiert so etwas.“

Zwei Preußen-Akteure vom Turnier ausgeschlossen

Was war geschehen? Kurz nach dem Abpfiff des Vergleichs zwischen der Preußen-Drittvertretung und der Zweckeler Reserve kam es erst zu einer Rangelei zwischen zwei Spielern und schließlich zu einer Rudelbildung auf dem Feld. Eine Hand voll Zuschauer sprang über die Bande und mischte bei der Auseinandersetzung auch noch mit. Dyba: „Auf dem Boden gab es noch eine Rauferei zwischen einem Preußen- und einem Zweckeler Spieler. Es wurde gestoßen und getreten. Verletzungen durch die Rangeleien sind mir glücklicherweise nicht bekannt geworden.“

Amateurfußball Der Schiedsrichter fertigte einen Sonderbericht an. Zwei Preußen-Akteure wurden vom Turnier ausgeschlossen. Gegen den SV Zweckel II wurde keine Strafen ausgesprochen. Dass die Dritte von Schwarz-Gelb mit dieser Entscheidung nicht einverstanden war, überrascht nicht. „Für uns“, sagte Fachschafts-Leiter Dyba, „waren die Verursacher nicht eindeutig auszumachen. Das ist ein Problem für uns.“

Ein anderes Problem der Fachschaft war ihr Regelwerk. Das lässt es nämlich derzeit - unglaublich, aber wahr - nicht zu, durch Gewalt auffällig gewordene Mannschaften vom Turnier auszuschließen. „Auch wir von der Fachschaft lernen nie aus“, sagte Dyba, „nach unseren Statuten dürfen wir nämlich ein Team nur dann ausschließen, wenn der Schiedsrichter angegangen wird. Das war am Samstagabend bei der Partie zwischen Preußen III und Zweckel II aber nicht der Fall.“ Auf einen derartigen Eklat sei die Fachschaft nicht vorbereitet gewesen. Dyba: „Wir schauen, wie wir in Zukunft damit umgehen. Darüber wird zu sprechen sein.“

Erster Vorfall seit 2006

Die Gladbecker Fußballer waren stolz darauf gewesen, dass es, anders als andernorts, in den vergangenen Jahren bei den Hallen-Stadtmeisterschaften stets sportlich fair zugegangen war. Der Vorfall von Samstagabend war der erste dieser Art seit 2006, als Akteure des TSB Gladbeck einen Schiedsrichter massiv bedroht hatten. Seinerzeit schaltete sich der Stadtsportverband ein.

Unmittelbar vor den Titelkämpfen hatte Volker Dyba noch im Interview gesagt: „Ich wünsche mir, dass unsere Meisterschaften wie seit vielen Jahren ohne Ausschreitungen über die Bühne gehen. Allen, Spielern, Trainern und Zuschauern, muss klar sein, dass es in Rentfort-Nord nicht um die Weltmeisterschaft geht. Die haben wir schließlich schon im vergangenen Sommer in Brasilien gewonnen.“