Die Reform der Reform

Das hatte sich der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) durchaus schön ausgedacht: Um die Bedeutung seiner „Premium-Klasse“ weiter zu unterstreichen, machte der Verband der Oberliga Westfalen ein Geschenk, das mit etwas Glück locker eine sechsstellige Euro-Summe wert sein kann. Im Zuge der Neuordnung seines Krombacher-Westfalenpokals beschloss der Verband, dass mit der Saison 2014/15 der Oberliga-Meister nicht nur in die Regionalliga West aufsteigt – er qualifiziert sich zugleich für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde.

Den zweiten westfälischen Startplatz im DFB-Pokal sollte der Gewinner des Westfalenpokal-Finales erhalten. Bis zur Neureglung waren beide Finalisten für den DFB-Pokal qualifiziert. Was den unschönen Nebeneffekt hatte, dass dieses Endspiel nicht mehr recht ernst genommen wurde: Ihr wichtiges Pokalziel hatten die Endspielteilnehmer bereits erreicht.

Den Einzug in den DFB-Pokal jedenfalls machten im Halbfinale meist Westfalen-Topvereine unterhalb der 2. Bundesliga unter sich aus: Preußen Münster und Arminia Bielefeld aus der 3. Liga oder die Regionalligisten, aktuell sind es sechs.

In der Oberliga wurde die Neuordnung begrüßt – in der Regionalliga löste sie Entsetzen aus. Einige Klubs machten beim Verband in Kamen-Kaiserau Front gegen die neuen Pokalregeln. Sie fühlten sich krass benachteiligt: Warum sollen Westfalens Regionalligisten von der Vergabe des zweiten DFB-Pokal-Platzes ausgeschlossen sein? Ein Argument, das nicht leicht von der Hand zu weisen ist. Der Verbandsfußballausschuss beschloss eine Reform der Reform in die Wege zu leiten. Nun steht der Westfalenpokalsieger im DFB-Pokal. Den zweiten Teilnehmer spielen der Oberliga-Meister und der bestplatzierte westfälische Regionalligist aus.