Die längsten fünf Minuten der Saison

Einsame
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Kapitän Jan Trampe und seine Mitspieler haben nie am Klassenerhalt des SVZ gezweifelt.

Kapitän Jan Trampe lief mit einer schwarz-grünen Fahne über den Platz und war einfach nur noch happy. Neun Minuten vor dem Abpfiff hatte er im Spiel gegen den SC Roland Beckum das 3:1 für den SV Zweckel erzielt. Erst eine knappe Viertelstunde später wussten die Gladbecker, dass sie sich damit die Oberliga erhalten hatten.

400 Zuschauer und die Mannschaft des SV Zweckel mussten, nachdem die Partie an der Dorstener Straße beendet war, nämlich knapp fünf Minuten warten, weil in Dortmund der ASC 09 noch gegen den SC Westfalia Herne spielte, also gegen den direkten Konkurrenten des SVZ im Kampf gegen den Abstieg. Dann kam die für die Gladbecker erlösende Nachricht, dass der ASC 09 gewonnen hatte. Der Rest war Zweckeler Jubel! „Das“, sagte Trampe, „waren die längsten fünf Minuten der gesamten Saison.“

Am Klassenerhalt gezweifelt hat Jan Trampe laut eigener Aussage übrigens nie. „Wir haben immer an uns geglaubt“, sagte der Spielführer, „selbst nach dem 2:6 in Ennepetal oder nach dem 0:5 in Rhynern. Sie mögen unseren Trainer, unsere Mannschaft oder unseren Verein für verrückt halten, aber wir haben immer gesagt, dass die Entscheidung, wer absteigt und wer sich rettet, erst am letzten Spieltag fällt.“

Genauso kam es – und für den SV Zweckel begann dieser letzte Spieltag überaus vielversprechend. Die Gladbecker gingen durch Can Ucar früh in Führung, Dortmund glückte in der 17. Minute das 1:0. Wusste die Mannschaft des SVZ eigentlich immer, wie es in Aplerbeck stand? „Zunächst nicht“, so Trampe, „in der zweiten Halbzeit aber haben wir vom Spielfeldrand aus mitbekommen, dass Herne das 2:2 erzielt hatte und wir noch mehr Druck machen mussten.“

Die Zweckeler legten in der Schlussphase tatsächlich noch einmal einen Zahn zu – und es war schließlich der Kapitän persönlich, der das 3:1 erzielte. Zehn Minuten danach war das Spiel an der Dorstener Straße beendet. Nun folgten noch einmal nervenaufreibende fünf Minuten, in denen die Zweckeler sich auf dem Platz schlicht und ergreifend in Geduld üben mussten. Bis die erlösende Nachricht kam – 4:2 für Dortmund!