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Die große Freiheit

22.02.2012 | 15:23 Uhr
Die große Freiheit

Gladbeck.   Was viele bestenfalls als netten Zeitvertreib im Urlaub wahrnehmen, hat eine Gruppe von jungen Gladbeckern zu ihrer persönlichen Kunstform erhoben. Als wahre Fingerakrobaten entpuppen sich die Jungs, die man regelmäßig auf dem Platz am neuen Rathaus mit ihren Frisbees in Aktion erleben kann.

Eine Frisbee, ein Teller mit 160 Gramm Gewicht. Was viele bestenfalls als netten Zeitvertreib im Urlaub wahrnehmen, hat eine Gruppe von jungen Gladbeckern zu ihrer persönlichen Kunstform erhoben. Ja, sie spielen Frisbee. Professionell, wenn man das so nennen darf. Das heißt nicht nur, dass man sich den runden Teller gegenseitig zuwirft. Zu einfach. Nein, die Frisbee wird jongliert, in die Luft geschleudert und mit einem Finger gefangen. Als wahre Fingerakrobaten entpuppen sich die Jungs, die man regelmäßig auf dem Platz am Neuen Rathaus in Aktion erleben kann.

Doch wie kommt man eigentlich dazu, Frisbee zu spielen? Oliver Schwarz beschäftigt sich schon seit über sechs Jahren mit dem Scheibensport. „Die soziale Komponente ist sehr hoch. Alle können mitmachen, ohne großartig vorbereitet zu sein“, erklärt der Gladbecker und legt direkt los. Einmal Schwung geholt, manövriert er das Gerät punktgenau zu seinem Partner Sebastian Todt. Und der? Der „nimmt die Platte an“ und „verarbeitet“ sie geschickt weiter. Da geraten Zuschauer und Passanten auch schon mal ins Staunen. „Ihr spielt aber schon länger“, kriegen sie häufig zu hören. Dabei sind längst nicht alle schon so lange aktiv wie Oliver Schwarz. Sebastian Todt spielt beispielsweise erst seit einem halben Jahr. „Man kann sich unheimlich schnell weiterentwickeln“, weiß der gelernte Heilerziehungspfleger. „Die Fortschritte sind innerhalb von Tagen zu sehen.“ Außerdem stehe das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund. „Hier geht es nicht um Wettbewerb, nicht um Konkurrenz“, stellt Krischan Feuchtner klar. „Ganz im Gegenteil: Wir pushen uns gegenseitig und hoffen dann, dass der andere und wir selber es perfekt hinkriegen.“

Damit das klappt, werden sich auch mal gerne künstliche Fingernägel, sogenannte „Fakenails“, besorgt. „Mit den Dingern tun sich ganz andere Dimensionen auf“, erklärt Oliver Schwarz. Bleibt letztlich noch zu klären, was die Faszination Frisbee ausmacht. Es ist die Freiheit, die dieser Sport bietet. Man ist sich einig. „Uns sind keine Grenzen gesetzt. Wir spielen im Park oder auf der Straße“, sagt Lars Martin. Und während der Hartplastikteller mit Spin und Effet seine luftigen Bahnen beschreitet, dröhnt im Hintergrund Reggae-Musik aus den mitgebrachten Boxen.

Wie oben erwähnt, 160 Gramm wiegt das gemeine Sportgerät für den Freizeitbedarf. Die offizielle und vielen Schülern bekannte Sportart „Ultimate“ wird jedoch mit einer 175 Gramm schweren Wurfscheibe gespielt. In seiner Beschreibung heißt es, das Spiel zeichne sich durch sein „Spirit of the Game“ aus. Der „Spirit“, wenn man so will die „Seele“ des Spiels, der ist im Übrigen unabhängig von Petrus’ Launen. Kein Wind, kein Wetter kann die Jungs davon abhalten, vor die Tür zu gehen. Auch wenn jüngst die eine oder andere Scheibe der Kälte zum Opfer fiel. Das gehöre eben dazu. Gespielt wird also immer, und Interessierte, betont die Gruppe, sind stets willkommen. Jeder kann mitspielen und mal „das Ding in die Hand nehmen“, wie Sebastian Todt versichert.

Zu finden sind Schwarz, Todt und Co. auch im Internet bei Facebook. In der Gruppe „Frisbee in Gladbeck“ finden sich stets neue Infos rund um die Aktivtäten der Gladbecker Fingerakrobaten.

Steffen Bender

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