Die Abwehr entscheidet Spiele

Lee Stutzmann (Mitte, Nr. 66) mit seinen Mitspielern.
Lee Stutzmann (Mitte, Nr. 66) mit seinen Mitspielern.
Foto: Jungnitsch/Devils
Was wir bereits wissen
Nicht erst seit Deutschland mit Sebastian Vollmer seinen ersten Super-Bowl_Champion hat, wird American Football in Deutschland immer populärer. Der Gladbecker MIchael Lee Stutzmann ist schon seit zwei Jahren für die Gelsenkirchen Devils aktiv – er kam zum Football, weil er keine Lust auf Fußball hatte.

In der Nacht von Sonntag auf Montag gewann Sebastian Vollmer mit den New England Patriots als erster Deutscher den Super Bowl, den Titel der NFL, der US-amerikanischen Liga im American Football. Mehrere Deutsche spielen inzwischen dort in der Liga, die Randsportart wird auch hierzulande immer populärer.

Keine Lust auf Fußball

Der 16-jährige Michael Lee Stutzmann, Schüler des Riesener-Gymnasiums, spielt nun schon seit zwei Jahren American Football beim AFC Gelsenkirchen Devils. Zusammen mit dem 15-jährigen Noah Denk ist er der einzige Gladbecker, der für die Teufel aktiv ist. Der Verein, der eine Spielgemeinschaft mit Recklinghausen hat, ist einer der wenigen in der näheren Umgebung, bei dem man Football spielen kann.

Allgemein steht der Football in Deutschland stark im Schatten des Fußballs oder Handballs. Auch deshalb hat Lee Stutzmann sich für den amerikanischen Kultsport entschieden hat: „Jeder spielt Fußball“, sagt Stutzmann, „ich wollte etwas anderes machen.“ Außerdem gebe es im Fußball einen so großen Leistungsdruck, so der 16-Jährige, da wolle jeder Profi werden – das sei nicht sein Ziel gewesen. „Ich war körperlich überhaupt nicht fit, aber das wollte ich ändern“, erzählt Stutzmann.

Also probierte er verschiedene Sportarten aus: Badminton sagte ihm nicht zu, auch Tennis nicht. Schließlich wurde er auf die Gelsenkirchen Devils aufmerksam.

Stutzmann sagt: „Mich haben schon immer die US-amerikanischen Sportarten, wie Football oder Baseball sehr fasziniert, also habe ich im Internet gesucht und bin auf die Devils gestoßen.“ Bei den Devils ist er körperlich fit geworden und hat einiges an Muskeln aufgebaut. Diese Veränderung zeigt, was Lee Stutzmann besonders am Football gefällt: man braucht keine besonderen körperlichen Voraussetzungen. Für fast jeden Körper- und Spielertypen gibt es eine Position, auf der diese Person spielen kann.

Seit dem Frühjahr 2013 spielt er nun beim AFC Gelsenkirchen Devils und er tut es längst nicht mehr nur, um zu fit bleiben. Der Team-Zusammenhalt habe dafür gesorgt, dass er sich sofort wohl fühlte und neue Kontakte knüpfen konnte.

Aktuell spielt er als Linebacker in der U17- und U19-Mannschaft der Devils. Seine Aufgabe ist, gegen das Laufspiel und Passspiel des Gegners zu verteidigen, also die Offensive des Gegners durch Tacklings aufzuhalten und die Pässe zu unterbinden und abzufangen.

„Die Position des Linebackers“, sagt Stutzmann, „macht mir sehr viel Spaß, da man als Defense-Spieler eine große Verantwortung hat. Wenn man die Offense des Gegners nicht stoppt, kann das spielentscheidend sein.“ Die Defense ist also sehr wichtig für das Spiel und man kann mit ihr ganze Spiele drehen und gewinnen.

Auch der Super Bowl wurde durch eine gelungene Passabwehr entschieden – eine Randnotiz, die zeigt, wie wichtig die Verteidigung im American Football ist. Lee Stutzmann will deshalb unbedingt Defensivspieler bleiben.