Der Stabilisator

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Seit zwölf Jahren trägt Daniel Becker (28) das Trikot von Preußen Gladbeck. Als moderner „Sechser“ ist er für das Umschaltspiel der Schwarz-Gelben verantwortlich. In der Hinrunde fehlte der Bundeswehrpilot dem Team schmerzlich. Nach seiner Rückkehr spricht Becker mit WAZ-Mitarbeiter Steffen Bender über die Partien nach der Winterpause, Trainer André Marcussen und den Kampf um den Klassenerhalt.

Herr Becker, in der Rückrunde sollte alles besser werden. Doch aus den bisherigen vier Partien nach der Winterpause gab es nur drei Zähler. Sind Sie enttäuscht?

Überhaupt nicht. Wir haben das Hinspiel gegen Epe deutlich verloren und das Rückspiel jetzt gewonnen. Gegen die Aufstiegsaspiranten Resse und Westfalia Gemen haben wir uns ordentlich präsentiert. Beide Teams kamen im Anschluss zu uns, lobten unsere Leistung und sagten, dass wir nicht absteigen werden.

Aus Sicht der Gladbecker war es ein verkorkster Spieltag: Sie verloren mit 0:3 gegen Gemen, Konkurrent Haltern II punktete gegen den Tabellenführer Viktoria Resse (2:2) und zog an Ihrer Mannschaft vorbei. Schlusslicht BVH Dorsten gewann sogar und machte Boden auf Sie gut. Was nehmen Sie nach so einem Spieltag mit?

Wir müssen dort die Punkte holen, wo es möglich ist. Die Teams aus dem direkten Kampf um den Klassenerhalt müssen wir schlagen. Das sind von uns aus fünf Plätze nach oben. Sollten wir da nichts Zählbares holen wird es aussichtslos.

In der Hinserie haben Sie dem Team schmerzhaft gefehlt. Wo waren sie eigentlich?

Ich war im Einsatz in Dschibuti – das ist am Horn von Afrika – für die Mission Atalanta der Bundeswehr.

Wie wurden Sie nach Ihrer Rückkehr von der Mannschaft aufgenommen?

Der neue Trainer (André Marcussen, d. Red.) kannte mich nur vom Hörensagen. Er wusste über mich Bescheid. Bei meinen Einsätzen halte ich mich natürlich fit. Doch ich weiß, dass ich nicht gesetzt bin. Trotz meiner Erfahrung muss ich meine Leistung bringen. Das Team hat mich wieder einmal sehr herzlich aufgenommen, anders würde es nicht funktionieren bei so einem Job. Schließlich bin ich häufiger Mal im Einsatz oder auch unter der Woche nicht beim Training.

Seit ihrer Rückkehr ist die Defensive deutlich stabiler. Was hatten Sie für einen Eindruck von der Truppe nach Ihren ersten Einheiten?

Marcussen ist ein guter Coach. Mit ihm haben wir mehrere Systeme, die wir spielen können. Das haben wir in den letzten Partien schon unter Beweis gestellt. Auch die Disziplin ist unter seiner Leitung deutlich besser geworden.

In der kommenden Woche geht es gegen Rivale Borken-Hoxfeld. Was rechnen Sie sich dort aus?

Drei Punkte. Spielen wir so wie zuletzt, werden wir das schaffen. Das müssen wir auch. Borken ist ein direkter Konkurrent und diese müssen wir schlagen. Damit sollten wir schleunigst beginnen.

Es gab aber noch keinen einzigen Zähler auf fremden Boden. Was macht Sie sich so sicher?

Unser derzeitiges Auftreten.

Eine simple Frage zum Schluss: Abstieg oder Klassenerhalt?

Klassenerhalt.

Ganz schön optimistisch für einen Tabellenvorletzten.

Die nächsten Wochen werden richtungsweisend sein. Wenn wir bis zum Spiel gegen Reken – das ist in zweieinhalb Wochen – keine Punkte geholt haben, sehe ich schwarz für uns. Genau jetzt ist die Zeit gekommen, um die Zähler endlich einzufahren.